Edwards-Syndrom und Patau-Syndrom (Trisomie 18 und Trisomie 13)
Das Edwards-Syndrom sowie das Patau-Syndrom bezeichnen zwei seltene, schwerwiegende angeborene Chromosomenstörungen, bei denen jeweils ein bestimmtes Chromosom, beim Edwards-Syndrom das Chromosom 18 sowie beim Patau-Syndrom das Chromosom 13, in jeder Körperzelle dreifach statt in der normalen, zweifachen Anzahl vorhanden ist. Diese als Trisomien bezeichneten Chromosomenstörungen führen zu einer erheblichen Störung der normalen Entwicklung des ungeborenen Kindes, die sich in zahlreichen, teils schweren Fehlbildungen innerer Organe sowie des äußeren Erscheinungsbildes äußert. Beide Erkrankungen zählen zu den schwersten bekannten Chromosomenstörungen, die mit dem Überleben nach der Geburt vereinbar sind, wobei die überwiegende Mehrheit der betroffenen Schwangerschaften bereits vor der Geburt endet sowie die Lebenserwartung überlebend geborener Kinder stark verkürzt ist.
Ursachen
Das Edwards-Syndrom sowie das Patau-Syndrom entstehen durch eine fehlerhafte Verteilung der Chromosomen während der Bildung der Ei- oder Samenzelle, wodurch die befruchtete Eizelle ein zusätzliches, drittes Exemplar des betroffenen Chromosoms erhält, anstatt der normalen zweifachen Anzahl. Dieser Fehler tritt in der überwiegenden Mehrheit der Fälle zufällig sowie ohne erkennbare, vorbestehende genetische Ursache bei den Eltern auf, wobei ein fortgeschrittenes mütterliches Alter das Risiko für diese Art von Chromosomenfehlverteilung deutlich erhöht. Eine erneute Trisomie bei einer nachfolgenden Schwangerschaft desselben Paares ist angesichts des überwiegend zufälligen Entstehungsmechanismus insgesamt selten.
Symptome
Das Edwards-Syndrom sowie das Patau-Syndrom äußern sich durch ein charakteristisches Muster zahlreicher, teils schwerer Fehlbildungen, die sowohl das äußere Erscheinungsbild als auch innere Organe betreffen, wobei insbesondere schwere Herzfehler, Fehlbildungen des Gehirns sowie der Nieren sowie ein deutlich vermindertes Geburtsgewicht bei beiden Erkrankungen häufig auftreten. Charakteristische äußere Merkmale umfassen beim Edwards-Syndrom unter anderem übereinandergeschlagene Finger sowie kleine, tief sitzende Ohren, während beim Patau-Syndrom insbesondere Fehlbildungen des Gesichts, einschließlich einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, sowie zusätzliche Finger oder Zehen häufig vorkommen. Eine erhebliche Entwicklungsverzögerung besteht bei beiden Erkrankungen bei überlebenden Kindern durchgängig.
Diagnostik
Die Diagnose des Edwards-Syndroms sowie des Patau-Syndroms kann bereits vor der Geburt durch eine nicht-invasive pränatale Bluttestung sowie durch eine gezielte Ultraschalluntersuchung gestellt werden, die charakteristische Fehlbildungen sowie ein auffälliges Wachstumsmuster zeigen kann, wobei die endgültige Diagnosesicherung durch eine invasive Untersuchung des kindlichen Erbguts, etwa mittels einer Fruchtwasseruntersuchung, erfolgt. Nach der Geburt wird die Diagnose durch eine chromosomale Untersuchung einer Blutprobe des Neugeborenen bestätigt, wobei die charakteristischen äußeren Fehlbildungen bereits bei der körperlichen Untersuchung wichtige Hinweise liefern.
Behandlung
Eine ursächliche Behandlung des Edwards-Syndroms sowie des Patau-Syndroms existiert nicht, da es sich um eine dauerhafte, jede Körperzelle betreffende Chromosomenstörung handelt, weshalb sich die Behandlung ausschließlich auf eine unterstützende, die Lebensqualität sowie den Komfort des betroffenen Kindes in den Vordergrund stellende Versorgung konzentriert. Angesichts der schweren, oft lebensbedrohlichen Begleitfehlbildungen wird gemeinsam mit den Eltern individuell entschieden, welche unterstützenden oder lebenserhaltenden Maßnahmen im Sinne des Kindeswohls angemessen sind, wobei eine palliative, auf Schmerzlinderung sowie Komfort ausgerichtete Betreuung bei den schwersten Verlaufsformen häufig im Vordergrund steht. Eine umfassende, einfühlsame Beratung sowie Begleitung der betroffenen Familien ist von zentraler Bedeutung.
Verlauf und Prognose
Die Prognose des Edwards-Syndroms sowie des Patau-Syndroms ist außerordentlich ernst, da die überwiegende Mehrheit der betroffenen Schwangerschaften bereits vor der Geburt durch eine Fehlgeburt endet sowie von den lebend geborenen Kindern nur ein kleiner Teil das erste Lebensjahr erreicht. Diejenigen Kinder, die die ersten Lebenswochen sowie -monate überleben, zeigen eine erhebliche, dauerhafte Entwicklungsverzögerung sowie benötigen in aller Regel eine umfassende, lebenslange medizinische sowie pflegerische Unterstützung. Angesichts dieser außerordentlich ernsten Prognose kommt der einfühlsamen, umfassenden Beratung sowie Begleitung betroffener Familien sowohl vor als auch nach der Geburt eine besonders wichtige Bedeutung zu.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Edwards-Syndrom und Patau-Syndrom (Trisomie 18 und Trisomie 13): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Welches Chromosom ist beim Edwards-Syndrom betroffen?
Das Chromosom 18, das dreifach statt zweifach vorhanden ist.
Welches Chromosom ist beim Patau-Syndrom betroffen?
Das Chromosom 13, das dreifach statt zweifach vorhanden ist.
Was erhöht das Risiko für diese Chromosomenstörungen?
Ein fortgeschrittenes mütterliches Alter.
Wie ist die Prognose bei diesen Erkrankungen?
Außerordentlich ernst — die meisten betroffenen Schwangerschaften enden vor der Geburt, die Lebenserwartung überlebender Kinder ist stark verkürzt.
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