Chromomykose
Die Chromomykose bezeichnet eine chronische, langsam fortschreitende Pilzinfektion der Haut sowie des darunterliegenden Bindegewebes, die durch verschiedene, im Erdboden sowie auf verrottendem Pflanzenmaterial vorkommende Schimmelpilze verursacht wird sowie vor allem in tropischen sowie subtropischen Regionen, insbesondere in Teilen Mittel- sowie Südamerikas, Afrikas sowie Asiens, auftritt. Die Ansteckung erfolgt durch das Eindringen der Pilzsporen über eine kleine, häufig unbemerkte Hautverletzung, wie sie insbesondere bei barfuß oder mit unzureichendem Schutz ausgeführter landwirtschaftlicher Tätigkeit entsteht, wobei sich an der Eintrittsstelle über Monate bis Jahre eine charakteristische, warzenartige Hautveränderung entwickelt. Aufgrund ihres langsamen, unauffälligen Beginns wird die Chromomykose von Betroffenen sowie im weiteren Verlauf mitunter auch von behandelnden Ärzten zunächst häufig fehlgedeutet.
Ursachen
Die Chromomykose entsteht durch das Eindringen von im Erdboden sowie auf verrottendem Pflanzenmaterial natürlich vorkommenden Schimmelpilzen über eine kleine, häufig unbemerkte Verletzung der Haut, wie sie typischerweise bei landwirtschaftlicher Tätigkeit ohne ausreichenden Fußschutz in tropischen sowie subtropischen Regionen auftritt. Männer, die in ländlichen Gebieten barfuß oder mit unzureichendem Schuhwerk arbeiten, sind für eine Ansteckung besonders anfällig. Die Erkrankung entwickelt sich charakteristischerweise über einen Zeitraum von Monaten bis Jahren, ohne dass eine akute, unmittelbar auffällige Infektion vorausgeht.
Symptome
Die Chromomykose äußert sich durch eine langsam wachsende, warzenartige oder blumenkohlartige Hautveränderung, die typischerweise an den Beinen oder Füßen auftritt sowie sich über Monate bis Jahre ausbreiten kann, ohne dabei zunächst wesentliche Schmerzen zu verursachen. Im weiteren Verlauf kann sich die Hautveränderung verdicken, vernarben sowie durch eine begleitende bakterielle Infektion zusätzlich entzünden, was zu einer erheblichen Beeinträchtigung der betroffenen Extremität führen kann. Eine Ausbreitung über die Blutbahn auf innere Organe ist bei der Chromomykose im Gegensatz zu manchen anderen Pilzinfektionen ausgesprochen selten.
Diagnostik
Die Diagnose der Chromomykose wird durch eine Gewebeprobe der betroffenen Hautstelle gestellt, bei der unter dem Mikroskop charakteristische, bräunlich pigmentierte Pilzzellen nachgewiesen werden können, die der Erkrankung ihren Namen geben. Eine kulturelle Anzüchtung des Erregers aus der Gewebeprobe kann die genaue Pilzart zusätzlich bestimmen sowie die Behandlungsplanung unterstützen. Eine sorgfältige Reiseanamnese mit gezielter Frage nach einem Aufenthalt in tropischen oder subtropischen Regionen sowie nach einer vorausgegangenen Hautverletzung ist für die Verdachtsdiagnose von erheblicher Bedeutung, da die Erkrankung in gemäßigten Klimazonen nur selten in Betracht gezogen wird.
Behandlung
Die Behandlung der Chromomykose gestaltet sich aufgrund der chronischen, tief in das Gewebe eingedrungenen Natur der Infektion häufig langwierig sowie schwierig, wobei eine über viele Monate bis Jahre fortgeführte antimykotische Behandlung die Grundlage der Therapie bildet. Bei kleineren, umschriebenen Hautveränderungen kann eine chirurgische Entfernung des betroffenen Gewebes in Kombination mit der antimykotischen Behandlung den Behandlungserfolg zusätzlich verbessern. Ergänzende physikalische Verfahren, etwa eine gezielte Erwärmung der betroffenen Hautstelle, können bei ausgewählten Fällen als unterstützende Behandlungsmaßnahme eingesetzt werden.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Chromomykose hängt maßgeblich vom Ausmaß sowie der Dauer der bereits bestehenden Hautveränderung zum Zeitpunkt der Diagnosestellung ab, wobei kleinere, frühzeitig erkannte Veränderungen deutlich besser auf eine Behandlung ansprechen als große, seit Jahren bestehende Läsionen. Auch bei konsequenter Behandlung kommt es bei einem erheblichen Teil der Betroffenen nur zu einer teilweisen Rückbildung der Hautveränderung, wobei Rückfälle nach zunächst erfolgreicher Behandlung nicht selten sind. Eine konsequente, langfristige Nachbetreuung sowie eine frühzeitige Diagnosestellung bereits kleiner, verdächtiger Hautveränderungen in Endemiegebieten sind für eine günstige Prognose entscheidend.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Chromomykose: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie gelangt der Erreger in die Haut?
Über eine kleine, häufig unbemerkte Hautverletzung, meist bei landwirtschaftlicher Tätigkeit ohne ausreichenden Fußschutz.
Wie sieht die typische Hautveränderung aus?
Eine langsam wachsende, warzenartige oder blumenkohlartige Veränderung, meist an Beinen oder Füßen.
Warum ist die Behandlung oft langwierig?
Weil die Infektion chronisch und tief in das Gewebe eingedrungen ist, sodass eine Behandlung über viele Monate bis Jahre nötig ist.
Breitet sich die Chromomykose häufig auf innere Organe aus?
Nein, eine Ausbreitung über die Blutbahn auf innere Organe ist ausgesprochen selten.
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