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Reisemedizin & Tropenkrankheiten

Blastomykose

Die Blastomykose ist eine durch den Schimmelpilz Blastomyces dermatitidis verursachte Infektionskrankheit, deren Sporen vor allem in feuchtem, organisch reichem Boden sowie verrottendem Pflanzenmaterial bestimmter Regionen Nordamerikas, insbesondere im Bereich der großen Seen sowie entlang der Flusstäler des mittleren Westens der Vereinigten Staaten, vorkommen. Die Ansteckung erfolgt durch das Einatmen der in die Luft aufgewirbelten Pilzsporen, wobei die Infektion primär die Lunge betrifft, sich jedoch bei einem Teil der Betroffenen über die Blutbahn auf andere Organe, insbesondere die Haut sowie die Knochen, ausbreiten kann. Im Unterschied zu vielen anderen Pilzinfektionen kann die Blastomykose auch bei Menschen mit einer intakten Immunabwehr einen relevanten, behandlungsbedürftigen Krankheitsverlauf verursachen.

Ursachen

Die Blastomykose entsteht durch das Einatmen von Sporen des im feuchten, organisch reichen Boden natürlich vorkommenden Schimmelpilzes Blastomyces dermatitidis, die insbesondere bei Erdarbeiten, forstwirtschaftlicher Tätigkeit oder Freizeitaktivitäten in der Nähe von Flussufern sowie Wäldern in die Luft aufgewirbelt werden. Anders als bei vielen anderen Pilzinfektionen kann eine relevante Erkrankung auch bei Menschen mit einer intakten Immunabwehr auftreten, auch wenn eine geschwächte Abwehr das Risiko für einen schweren, ausgebreiteten Krankheitsverlauf zusätzlich erhöht. Männer sowie Menschen mit beruflicher oder freizeitbedingter Exposition gegenüber feuchtem Waldboden sind für eine Ansteckung besonders empfänglich.

Symptome

Die Blastomykose äußert sich in ihrer häufigsten, die Lunge betreffenden Form durch Husten, Fieber, Brustschmerzen sowie Müdigkeit, die sich über mehrere Wochen entwickeln sowie leicht mit einer bakteriellen Lungenentzündung verwechselt werden können. Bei einer Ausbreitung der Infektion über die Blutbahn können charakteristische, warzenartige oder geschwürige Hautveränderungen sowie schmerzhafte Knochenentzündungen auftreten, die sich an praktisch jeder Körperstelle manifestieren können. Bei einer besonders schweren, die Hirnhäute betreffenden Verlaufsform können zusätzlich neurologische Beschwerden wie Kopfschmerzen sowie eine Bewusstseinstrübung hinzukommen.

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Diagnostik

Die Diagnose der Blastomykose wird durch einen direkten mikroskopischen sowie kulturellen Erregernachweis aus Gewebeproben, Sputum oder Wundsekret gestellt, wobei eine Bildgebung mittels Röntgenaufnahme oder Computertomografie des Brustkorbs bei Beteiligung der Lunge charakteristische, jedoch nicht eindeutig beweisende Veränderungen zeigen kann. Ein Nachweis spezifischer Pilzantigene im Urin oder Blut kann die Diagnostik zusätzlich unterstützen sowie beschleunigen. Eine sorgfältige Reise- sowie Expositionsanamnese mit gezielter Frage nach einem Aufenthalt in bekannten Endemiegebieten Nordamerikas ist für die Verdachtsdiagnose von entscheidender Bedeutung.

Behandlung

Die Behandlung der Blastomykose erfolgt bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen mit einer über mehrere Monate fortgeführten antimykotischen Behandlung, wobei die Wahl sowie Dauer der Behandlung von der Schwere sowie der Ausbreitung der Infektion abhängt. Bei einer besonders schweren, lebensbedrohlichen Verlaufsform, insbesondere bei Beteiligung der Hirnhäute oder bei ausgeprägter Ausbreitung über die Blutbahn, wird zunächst eine intensivere, intravenös verabreichte antimykotische Behandlung eingeleitet, bevor auf eine länger fortgeführte Tablettenbehandlung umgestellt wird. Eine begleitende chirurgische Entfernung stark befallener Gewebeanteile kann bei ausgewählten Verlaufsformen zusätzlich notwendig sein.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Blastomykose ist bei einer rechtzeitig erkannten sowie konsequent über die empfohlene Dauer fortgeführten antimykotischen Behandlung insgesamt gut, wobei die überwiegende Mehrheit der Betroffenen eine vollständige Ausheilung erreicht. Eine unbehandelt fortschreitende, insbesondere die Hirnhäute betreffende Verlaufsform ist dagegen mit einer ernsten Prognose verbunden sowie kann unbehandelt tödlich verlaufen. Ein vorzeitiges Absetzen der antimykotischen Behandlung erhöht das Risiko für ein Wiederaufflammen der Infektion erheblich, weshalb die vollständige, ärztlich verordnete Behandlungsdauer unbedingt eingehalten werden sollte.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Wo kommt der Erreger der Blastomykose typischerweise vor?

In feuchtem, organisch reichem Boden sowie verrottendem Pflanzenmaterial bestimmter Regionen Nordamerikas.

Kann die Blastomykose auch bei intakter Immunabwehr auftreten?

Ja, im Unterschied zu vielen anderen Pilzinfektionen kann sie auch bei gesunder Immunabwehr einen relevanten Verlauf verursachen.

Welche Organe können neben der Lunge betroffen sein?

Vor allem die Haut sowie die Knochen, bei schweren Verläufen auch die Hirnhäute.

Wie lange dauert die antimykotische Behandlung meist?

Mehrere Monate, wobei ein vorzeitiges Absetzen das Risiko eines Wiederaufflammens der Infektion deutlich erhöht.

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