Angeborene Ventralverkrümmung des Penis (Chordee)
Die angeborene Ventralverkrümmung des Penis, in der Fachsprache auch als Chordee bezeichnet, beschreibt eine angeborene Fehlbildung, bei der der Penis während der Erektion eine nach unten gerichtete Krümmung aufweist, die durch eine ungleichmäßige Entwicklung der bindegewebigen sowie schwellkörperbildenden Strukturen auf der Unterseite des Penis während der frühen Embryonalentwicklung entsteht. Diese Fehlbildung tritt besonders häufig gemeinsam mit einer sogenannten Hypospadie auf, bei der die Harnröhrenöffnung nicht an der Penisspitze, sondern weiter unten an der Penisunterseite mündet, kann jedoch auch isoliert, ohne begleitende Harnröhrenfehlbildung, auftreten. Eine unbehandelte, ausgeprägte Ventralverkrümmung kann im späteren Leben zu erheblichen funktionellen Einschränkungen sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen, weshalb eine operative Korrektur in der Kindheit empfohlen wird.
Ursachen
Die angeborene Ventralverkrümmung des Penis entsteht durch eine ungleichmäßige Entwicklung der auf der Unterseite des Penis gelegenen, bindegewebigen sowie schwellkörperbildenden Strukturen während der frühen Embryonalentwicklung, wobei das Gewebe auf der Unterseite im Vergleich zur Oberseite unzureichend wächst sowie dadurch die charakteristische, nach unten gerichtete Krümmung verursacht. Diese Fehlbildung tritt besonders häufig gemeinsam mit einer Hypospadie auf, bei der zusätzlich die normale Entwicklung der Harnröhre gestört ist, kann jedoch auch als eigenständige, isolierte Fehlbildung ohne begleitende Harnröhrenanomalie vorkommen. Die genaue zugrunde liegende Ursache dieser Entwicklungsstörung ist bislang nicht abschließend geklärt.
Symptome
Die angeborene Ventralverkrümmung des Penis äußert sich durch eine sichtbare, nach unten gerichtete Krümmung des Penis, die insbesondere während einer Erektion deutlich hervortritt, während der Penis im schlaffen Zustand mitunter unauffällig erscheinen kann. Bei gleichzeitig bestehender Hypospadie mündet die Harnröhre nicht an der üblichen Stelle an der Penisspitze, sondern weiter unten an der Penisunterseite, was zu einem nach unten oder seitlich gerichteten Harnstrahl führen kann. Im Kindesalter verursacht die Fehlbildung außer dem veränderten äußeren Erscheinungsbild sowie dem veränderten Harnstrahl in aller Regel keine weiteren Beschwerden, während im späteren Leben ohne Behandlung Schmerzen sowie funktionelle Einschränkungen beim Geschlechtsverkehr auftreten können.
Diagnostik
Die Diagnose der angeborenen Ventralverkrümmung des Penis wird durch eine körperliche Untersuchung des Neugeborenen oder Kleinkindes gestellt, bei der das Ausmaß der Krümmung sowie eine mögliche begleitende Fehlmündung der Harnröhre beurteilt werden. Eine gezielte Untersuchung während einer medikamentös herbeigeführten, vorübergehenden Erektion kann in ausgewählten Fällen das tatsächliche Ausmaß der Krümmung für die operative Planung genauer einschätzen. Eine umfassende urologische Untersuchung wird bei gleichzeitig bestehender Hypospadie durchgeführt, um das genaue Ausmaß der begleitenden Harnröhrenfehlbildung zu erfassen.
Behandlung
Die Behandlung der angeborenen Ventralverkrümmung des Penis besteht in einer operativen Korrektur, die idealerweise im Kleinkindalter, meist zwischen dem sechsten sowie achtzehnten Lebensmonat, durchgeführt wird, um dem betroffenen Jungen spätere Erinnerungen an den Eingriff zu ersparen sowie eine optimale Wundheilung in diesem Alter zu nutzen. Bei gleichzeitig bestehender Hypospadie wird die Korrektur der Penisverkrümmung häufig gemeinsam mit der operativen Neuformung der Harnröhre in einem oder mehreren aufeinanderfolgenden Eingriffen durchgeführt. Eine sorgfältige, spezialisierte kinderurologische Operationsplanung ist für ein optimales funktionelles sowie kosmetisches Ergebnis von entscheidender Bedeutung.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der angeborenen Ventralverkrümmung des Penis ist bei einer fachgerecht sowie zum geeigneten Zeitpunkt durchgeführten operativen Korrektur sehr gut, wobei die überwiegende Mehrheit der betroffenen Jungen nach dem Eingriff eine normale Penisform sowie eine unbeeinträchtigte sexuelle Funktion im Erwachsenenalter erreicht. Eine unbehandelt belassene, ausgeprägte Verkrümmung kann dagegen im späteren Leben zu erheblichen Schmerzen sowie funktionellen Einschränkungen beim Geschlechtsverkehr führen. Eine frühzeitige, spezialisierte kinderurologische Beratung wird bei jeder Form dieser Fehlbildung empfohlen, um den optimalen Behandlungszeitpunkt sowie die geeignete operative Methode individuell festzulegen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Angeborene Ventralverkrümmung des Penis (Chordee): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Womit tritt die Ventralverkrümmung häufig gemeinsam auf?
Mit einer Hypospadie, bei der die Harnröhrenöffnung nicht an der Penisspitze mündet.
Wann fällt die Krümmung besonders auf?
Während einer Erektion, während der Penis im schlafffen Zustand mitunter unauffällig erscheinen kann.
Wann wird die operative Korrektur idealerweise durchgeführt?
Im Kleinkindalter, meist zwischen dem sechsten und achtzehnten Lebensmonat.
Was droht bei unbehandelter, ausgeprägter Verkrümmung im späteren Leben?
Schmerzen sowie funktionelle Einschränkungen beim Geschlechtsverkehr.
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