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Reisemedizin & Tropenkrankheiten

Zystizerkose des Zentralnervensystems (Neurozystizerkose)

Die Zystizerkose des Zentralnervensystems, auch Neurozystizerkose genannt, entsteht, wenn sich die Larven des Schweinebandwurms im Gehirn ansiedeln und dort Zysten bilden. Sie zählt in vielen tropischen und subtropischen Regionen zu den häufigsten Ursachen einer erst im Erwachsenenalter erworbenen Epilepsie.

Ursachen

Die Ansteckung erfolgt durch die orale Aufnahme von Bandwurmeiern, meist über kontaminierte Nahrung, Wasser oder Schmierinfektion, häufig ausgehend von einer Person mit einem Bandwurmbefall des eigenen Darms. Die aus den Eiern freigesetzten Larven wandern über die Blutbahn in verschiedene Gewebe, darunter das Gehirn, und bilden dort Zysten.

Symptome

Die Beschwerden hängen von Anzahl, Lage und Zustand der Zysten im Gehirn ab, häufigstes Symptom sind erstmals im Erwachsenenalter auftretende Krampfanfälle. Je nach Lage der Zysten können zusätzlich Kopfschmerzen, erhöhter Hirndruck oder neurologische Ausfälle auftreten.

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Diagnostik

Die Diagnose stützt sich auf eine Magnetresonanz- oder Computertomografie des Gehirns, die die charakteristischen Zysten sichtbar macht, ergänzt durch den Nachweis von Antikörpern im Blut oder Nervenwasser. Die Reiseanamnese liefert zusätzliche Hinweise auf eine mögliche Ansteckungsquelle.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach Anzahl, Lage und Aktivität der Zysten und kann eine wurmabtötende Behandlung, begleitet von entzündungshemmenden Medikamenten zur Kontrolle der Entzündungsreaktion, umfassen. Bei erhöhtem Hirndruck oder ungünstig gelegenen Zysten kann eine neurochirurgische Behandlung erforderlich werden.

Verlauf und Prognose

Mit angepasster Behandlung lassen sich die Krampfanfälle bei vielen Betroffenen gut kontrollieren, wobei manche Menschen auch nach erfolgreicher Behandlung der Zysten eine fortbestehende Epilepsie behalten. Die Prognose hängt wesentlich von Anzahl und Lage der Zysten sowie der rechtzeitigen Behandlung ab.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Wie steckt man sich mit der Neurozystizerkose an?

Durch orale Aufnahme von Bandwurmeiern, meist über kontaminierte Nahrung oder Wasser.

Warum ist die Erkrankung eine häufige Ursache für Epilepsie?

Weil die Zysten im Gehirn eine Reizung des Nervengewebes verursachen können, die Krampfanfälle auslöst.

Muss jede Zyste behandelt werden?

Die Behandlung richtet sich nach Anzahl, Lage und Aktivität der Zysten und wird individuell festgelegt.

Bleibt nach der Behandlung immer eine Epilepsie zurück?

Nicht immer, bei manchen Betroffenen bleiben nach erfolgreicher Behandlung dennoch Krampfanfälle bestehen.

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