Ziehende Atmung
Die ziehende Atmung beschreibt eine erschwerte Atmung, bei der sich beim Einatmen deutlich sichtbare Einziehungen der Haut zwischen den Rippen, oberhalb des Brustbeins oder unterhalb des Rippenbogens zeigen. Diese Einziehungen entstehen, weil die Atemmuskulatur bei einer relevanten Verengung der Atemwege einen deutlich verstärkten Unterdruck aufbauen muss, um ausreichend Luft in die Lunge zu befördern. Die ziehende Atmung ist insbesondere bei Kindern ein wichtiges, ernstzunehmendes klinisches Warnzeichen für eine bedeutsame Atemwegsverengung, das eine rasche ärztliche Abklärung erfordert.
Ursachen
Die ziehende Atmung entsteht durch eine relevante Verengung der Atemwege, die den normalen Luftstrom in die Lunge erheblich erschwert, wodurch die Atemmuskulatur einen deutlich verstärkten Unterdruck aufbauen muss. Häufige Ursachen bei Kindern umfassen eine Kehlkopfentzündung mit Pseudokrupp, eine akute Bronchiolitis, einen Fremdkörper in den Atemwegen sowie einen schweren Asthmaanfall. Bei Erwachsenen kann eine ziehende Atmung im Rahmen einer schweren Verengung der oberen Atemwege oder eines schweren Asthma- beziehungsweise COPD-Anfalls auftreten.
Symptome
Die ziehende Atmung äußert sich durch deutlich sichtbare Einziehungen der Haut zwischen den Rippen, oberhalb des Brustbeins sowie unterhalb des Rippenbogens während des Einatmens, die auf eine erhebliche Anstrengung der Atemmuskulatur hinweisen. Begleitend können ein pfeifendes oder rasselndes Atemgeräusch, eine erhöhte Atemfrequenz sowie, bei ausgeprägter Sauerstoffunterversorgung, eine bläuliche Verfärbung der Lippen sowie Fingernägel auftreten. Diese Zeichen stellen einen ernstzunehmenden Notfall dar, der eine umgehende ärztliche Behandlung erfordert.
Diagnostik
Die Diagnose der ziehenden Atmung wird durch eine sorgfältige klinische Beobachtung des Atemmusters sowie eine Messung der Sauerstoffsättigung im Blut gestellt. Eine gezielte Untersuchung der Atemwege sowie der Lunge, gegebenenfalls ergänzt durch eine bildgebende Untersuchung, dient der raschen Identifikation der zugrunde liegenden, akuten Ursache der Atemwegsverengung.
Behandlung
Die Behandlung der ziehenden Atmung erfolgt als medizinischer Notfall mit dem Ziel, die zugrunde liegende Atemwegsverengung so rasch wie möglich zu beheben, insbesondere durch die Gabe von atemwegserweiternden sowie entzündungshemmenden Medikamenten bei einem Asthmaanfall oder einer Kehlkopfentzündung sowie durch eine unterstützende Sauerstoffgabe. Bei einem vermuteten Fremdkörper in den Atemwegen wird dieser umgehend entfernt. In schweren Fällen kann eine intensivmedizinische Überwachung sowie Beatmungsunterstützung notwendig werden.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der ziehenden Atmung ist bei rascher Erkennung sowie umgehender Behandlung der zugrunde liegenden Ursache gut, wobei sich die Atemnot bei den meisten Betroffenen unter einer gezielten Behandlung innerhalb kurzer Zeit deutlich bessert. Eine unbehandelt bleibende, ausgeprägte Atemwegsverengung birgt jedoch das Risiko einer erheblichen Sauerstoffunterversorgung, weshalb bei ziehender Atmung, insbesondere bei Kindern, stets eine umgehende ärztliche Vorstellung erforderlich ist.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Ziehende Atmung: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was bedeutet ziehende Atmung?
Deutlich sichtbare Einziehungen des Brustkorbs beim Einatmen.
Was ist eine häufige Ursache bei Kindern?
Eine Kehlkopfentzündung mit Pseudokrupp oder eine akute Bronchiolitis.
Warum entstehen die Einziehungen?
Weil die Atemmuskulatur bei verengten Atemwegen einen verstärkten Unterdruck aufbauen muss.
Wie dringend ist eine ärztliche Abklärung?
Sehr dringend, es handelt sich um ein ernstzunehmendes Warnzeichen.
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