Vorher bestehende hypertensive Nierenkrankheit, die Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett kompliziert
Eine hypertensive Nierenkrankheit bezeichnet eine Schädigung der Nieren, die als Folge eines langjährigen, unzureichend behandelten Bluthochdrucks entsteht, wobei die kleinen Blutgefäße innerhalb der Nieren durch die dauerhaft erhöhte Druckbelastung geschädigt werden. Besteht eine solche hypertensive Nierenkrankheit bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft, ergibt sich eine besondere Situation, da die Schwangerschaft sowohl die ohnehin bereits eingeschränkte Nierenfunktion zusätzlich belasten kann, als auch das Risiko für die Entwicklung einer zusätzlichen Präeklampsie bei diesen Frauen deutlich erhöht ist, was eine besonders engmaschige, interdisziplinäre Betreuung während der gesamten Schwangerschaft erfordert.
Ursachen
Der hypertensiven Nierenkrankheit liegt eine über Jahre bestehende, unzureichend behandelte Bluthochdruckerkrankung zugrunde, durch die die feinen Blutgefäße innerhalb der Nieren allmählich geschädigt werden, was die Filterfunktion der Nieren im Laufe der Zeit zunehmend beeinträchtigt. Während der Schwangerschaft steigt die von den Nieren zu leistende Filterarbeit deutlich an, um die zusätzlichen Stoffwechselprodukte von Mutter und Kind auszuscheiden, was bei bereits geschädigten Nieren zu einer zusätzlichen Belastung führt. Zudem begünstigt eine bereits vorgeschädigte Nierenfunktion die Entwicklung einer zusätzlichen Präeklampsie, da beide Erkrankungen über gemeinsame Mechanismen im Bereich der kleinen Blutgefäße miteinander in Zusammenhang stehen.
Symptome
Frauen mit einer bereits vor der Schwangerschaft bestehenden hypertensiven Nierenkrankheit können während der Schwangerschaft eine Zunahme von Wassereinlagerungen sowie eine vermehrte Eiweißausscheidung im Urin bemerken, die über das bei diesen Frauen ohnehin bereits bestehende Ausmaß deutlich hinausgeht. Da sich diese Symptome mit denen einer zusätzlich auftretenden Präeklampsie überschneiden können, ist eine sorgfältige Unterscheidung zwischen einer alleinigen Verschlechterung der vorbestehenden Nierenerkrankung und einer zusätzlichen Präeklampsie von besonderer Bedeutung für die weitere Behandlung.
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt durch eine enge Zusammenarbeit zwischen nephrologischer und geburtshilflicher Betreuung, bei der bereits vor oder früh in der Schwangerschaft die Ausgangsnierenfunktion mittels Blut- und Urinuntersuchungen dokumentiert wird, um spätere Veränderungen im Verlauf besser einordnen zu können. Regelmäßige Kontrollen der Nierenfunktion, der Eiweißausscheidung im Urin sowie des Blutdrucks während der gesamten Schwangerschaft sind wichtiger Bestandteil der Überwachung, ergänzt durch eine engmaschige Beobachtung des kindlichen Wachstums.
Behandlung
Die Behandlung umfasst eine sorgfältige, an die Schwangerschaft angepasste medikamentöse Blutdruckeinstellung, wobei bestimmte, für die Nieren möglicherweise ungünstige oder in der Schwangerschaft ungeeignete Medikamente durch geeignetere Alternativen ersetzt werden. Eine engmaschige Überwachung der Nierenfunktion während der gesamten Schwangerschaft ermöglicht es, eine mögliche Verschlechterung oder die Entwicklung einer zusätzlichen Präeklampsie frühzeitig zu erkennen. Bei einer ausgeprägten Verschlechterung der Nierenfunktion oder des mütterlichen oder kindlichen Zustands kann eine vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft erforderlich werden.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf und die Prognose hängen wesentlich vom Ausmaß der bereits vor der Schwangerschaft bestehenden Nierenschädigung ab. Bei einer nur leichten hypertensiven Nierenkrankheit sowie guter interdisziplinärer Betreuung ist der Ausgang für Mutter und Kind in vielen Fällen günstig, auch wenn ein erhöhtes Risiko für eine zusätzliche Präeklampsie sowie eine Frühgeburt gegenüber Frauen ohne diese Vorerkrankung bestehen bleibt. Bei einer bereits deutlich eingeschränkten Nierenfunktion ist eine besonders sorgfältige, engmaschige Betreuung durch ein spezialisiertes, interdisziplinäres Team von großer Bedeutung, um Komplikationen frühzeitig zu erkennen und angemessen zu behandeln.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Bluthochdruck in der Schwangerschaft: Ursachen, Diagnostik, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie entsteht eine hypertensive Nierenkrankheit?
Sie entsteht durch einen über Jahre bestehenden, unzureichend behandelten Bluthochdruck, der die feinen Blutgefäße innerhalb der Nieren schädigt und deren Filterfunktion beeinträchtigt.
Warum ist das Risiko für eine Präeklampsie bei dieser Vorerkrankung erhöht?
Eine vorgeschädigte Nierenfunktion und die Entwicklung einer Präeklampsie stehen über gemeinsame Mechanismen im Bereich der kleinen Blutgefäße miteinander in Zusammenhang.
Wie wird die Nierenfunktion während der Schwangerschaft überwacht?
Durch regelmäßige Kontrollen der Nierenfunktion, der Eiweißausscheidung im Urin sowie des Blutdrucks während der gesamten Schwangerschaft.
Kann eine vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft notwendig werden?
Bei einer ausgeprägten Verschlechterung der Nierenfunktion oder des mütterlichen oder kindlichen Zustands kann dies erforderlich werden, um schwerwiegendere Komplikationen zu verhindern.
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