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Augen & Sehkraft

Verbliebener (alter) Fremdkörper nach perforierender Verletzung der Orbita

Ein verbliebener, alter Fremdkörper nach perforierender Verletzung der Orbita bezeichnet ein Fremdkörperteilchen, das im Rahmen einer zurückliegenden, durchdringenden Verletzung nicht in den Augapfel selbst, sondern in das umgebende Gewebe der knöchernen Augenhöhle gelangt ist und dort über einen längeren Zeitraum verblieben ist. Im Unterschied zu einem intraokularen Fremdkörper, der sich im Inneren des Augapfels befindet, liegt dieser Fremdkörper außerhalb des Augapfels im umliegenden Fett-, Muskel- oder Bindegewebe der Augenhöhle, wo er je nach Lage, Größe und Materialbeschaffenheit unterschiedlich ausgeprägte Beschwerden verursachen kann.

Ursachen

Die Ursache ist stets eine zurückliegende, durchdringende Verletzung im Bereich der Augenhöhle, bei der ein Fremdkörperteilchen mit ausreichender Geschwindigkeit in das umliegende Gewebe der Orbita eingedrungen ist, ohne dabei zwangsläufig den Augapfel selbst zu verletzen. Solche Verletzungen entstehen häufig bei Unfällen mit umherfliegenden Splittern, etwa bei Arbeiten mit Metall oder Holz, bei Explosionen kleinerer Gegenstände oder bei bestimmten Sport- und Freizeitunfällen. Da die äußerlich sichtbare Verletzung mitunter klein erscheint und die anfänglichen Beschwerden gering sein können, wird ein solcher Fremdkörper nicht immer sofort erkannt und entfernt, sodass er über längere Zeit im Gewebe der Augenhöhle verbleiben kann.

Symptome

Die Symptomatik eines verbliebenen Fremdkörpers in der Augenhöhle hängt stark von dessen Lage, Größe und Materialbeschaffenheit ab. Gut verträgliche, kleine Fremdkörper können über lange Zeit ohne relevante Beschwerden toleriert werden, während größere oder reizende Fremdkörper zu einer chronischen, wiederkehrenden Entzündung des umliegenden Gewebes mit Schwellung, Rötung und Druckschmerz führen können. Je nach Lage des Fremdkörpers kann es zudem zu einer mechanischen Beeinträchtigung der Augenbeweglichkeit mit entsprechenden Doppelbildern kommen, wenn der Fremdkörper in unmittelbarer Nähe der äußeren Augenmuskeln liegt.

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Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch eine augenärztliche Untersuchung sowie eine sorgfältige Anamnese zu zurückliegenden Verletzungen im Bereich der Augenhöhle, auch wenn diese bereits längere Zeit zurückliegen. Eine bildgebende Untersuchung, meist mittels Computertomographie, ermöglicht den zuverlässigen Nachweis sowie die genaue Lokalisation des Fremdkörpers innerhalb der Augenhöhle und liefert wichtige Informationen über seine Lage im Verhältnis zu den umliegenden empfindlichen Strukturen wie Augenmuskeln, Nerven und Blutgefäßen. Diese genaue Lokalisation ist entscheidend für die Planung einer möglichen operativen Entfernung.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der durch den Fremdkörper verursachten Beschwerden sowie nach dessen Lage innerhalb der Augenhöhle. Bei gut verträglichen, beschwerdearmen Fremdkörpern in unproblematischer Lage kann unter regelmäßiger Kontrolle zunächst eine abwartende Haltung vertretbar sein. Bei anhaltenden Entzündungszeichen, einer mechanischen Beeinträchtigung der Augenbeweglichkeit oder einer ungünstigen Lage in unmittelbarer Nähe empfindlicher Strukturen ist eine operative Entfernung des Fremdkörpers notwendig, die aufgrund der komplexen anatomischen Verhältnisse innerhalb der Augenhöhle eine sorgfältige chirurgische Planung erfordert.

Verlauf und Prognose

Die Prognose hängt wesentlich von der Lage und Materialbeschaffenheit des Fremdkörpers sowie vom Ausmaß bereits eingetretener Reizungen des umliegenden Gewebes ab. Gut verträgliche Fremdkörper in unproblematischer Lage können über Jahre ohne relevante Beschwerden bestehen bleiben, während reizende oder ungünstig gelegene Fremdkörper bei rechtzeitiger operativer Entfernung ebenfalls eine gute Prognose haben. Eine augenärztliche Abklärung nach jeder Verletzung mit möglicher Fremdkörperbeteiligung im Bereich der Augenhöhle ist wichtig, um das weitere Vorgehen individuell festzulegen und Komplikationen frühzeitig zu erkennen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich dieser Fremdkörper von einem intraokularen Fremdkörper?

Er liegt nicht im Inneren des Augapfels, sondern im umgebenden Gewebe der knöchernen Augenhöhle, etwa im Fett-, Muskel- oder Bindegewebe.

Muss ein solcher Fremdkörper immer entfernt werden?

Nicht zwingend — gut verträgliche, beschwerdearme Fremdkörper in unproblematischer Lage können unter regelmäßiger Kontrolle mitunter über Jahre toleriert werden.

Welche Beschwerden können durch einen ungünstig gelegenen Fremdkörper entstehen?

Chronische Entzündungen mit Schwellung und Druckschmerz sowie, bei Nähe zu den Augenmuskeln, eine Beeinträchtigung der Augenbeweglichkeit mit Doppelbildern.

Welche Untersuchung ist zur Lokalisation am wichtigsten?

Eine bildgebende Untersuchung mittels Computertomographie, die die genaue Lage des Fremdkörpers im Verhältnis zu den umliegenden empfindlichen Strukturen zeigt.

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