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Reisemedizin & Tropenkrankheiten

Trichuriasis (Peitschenwurmbefall)

Die Trichuriasis, im Deutschen auch als Peitschenwurmbefall bezeichnet, ist eine Wurmerkrankung des Dickdarms, die durch den fadenförmigen Peitschenwurm Trichuris trichiura verursacht wird sowie zu den weltweit häufigsten Darmwurmerkrankungen zählt, insbesondere in tropischen sowie subtropischen Regionen mit unzureichender sanitärer Versorgung. Die Ansteckung erfolgt durch die orale Aufnahme von Wurmeiern, die über mit menschlichem Kot verunreinigte Nahrungsmittel, Trinkwasser oder Erde in den Körper gelangen, wobei sich die Würmer nach dem Schlüpfen im Dickdarm ansiedeln sowie sich dort mit ihrem dünnen, peitschenartigen Vorderende in die Darmschleimhaut einbohren. Während ein geringer Wurmbefall häufig ohne relevante Beschwerden verläuft, kann ein starker, insbesondere bei Kindern auftretender Befall zu chronischem Durchfall, Bauchschmerzen sowie einer Beeinträchtigung des Wachstums führen.

Ursachen

Die Trichuriasis entsteht durch die orale Aufnahme infektiöser Peitschenwurmeier, die über mit menschlichem Kot verunreinigte Nahrungsmittel, insbesondere ungewaschenes rohes Gemüse, verunreinigtes Trinkwasser oder direkten Kontakt mit kontaminierter Erde in den Körper gelangen. Eine unzureichende sanitäre Versorgung sowie mangelnde Handhygiene begünstigen die Übertragung erheblich, weshalb die Erkrankung besonders häufig in ländlichen Regionen mit fehlender oder unzureichender Abwasserentsorgung auftritt. Kinder sind aufgrund ihres häufigen Hand-Mund-Kontakts beim Spielen im Freien für eine Ansteckung sowie für einen besonders starken Wurmbefall besonders anfällig.

Symptome

Die Trichuriasis verläuft bei einem geringen Wurmbefall häufig ohne relevante Beschwerden oder äußert sich lediglich durch leichte, unspezifische Bauchbeschwerden. Bei einem starken Befall, wie er insbesondere bei Kindern in Endemiegebieten auftritt, können chronischer, teils blutig-schleimiger Durchfall, krampfartige Bauchschmerzen sowie ein Vorfall des Mastdarms durch anhaltendes Pressen auftreten. Bei lang anhaltendem, starkem Befall im Kindesalter kann sich zusätzlich eine Blutarmut sowie eine Beeinträchtigung des körperlichen sowie geistigen Wachstums entwickeln, die mit der bei starkem Wurmbefall verbundenen, chronischen Nährstoff- sowie Bluteisenverlusten zusammenhängt.

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Diagnostik

Die Diagnose der Trichuriasis wird durch eine mikroskopische Untersuchung einer Stuhlprobe gestellt, in der die charakteristisch tonnenförmigen Wurmeier nachgewiesen werden können, wobei bei geringem Befall mitunter mehrere Stuhlproben an unterschiedlichen Tagen untersucht werden müssen, um die Eier sicher zu erfassen. Bei einem starken, mit Symptomen einhergehenden Befall kann eine Darmspiegelung die im Dickdarm sichtbaren, in die Schleimhaut eingebohrten Würmer direkt darstellen. Eine Kontrolle des Blutbildes zur Erfassung einer möglichen Blutarmut ergänzt die Diagnostik bei Verdacht auf einen ausgeprägten, chronischen Befall.

Behandlung

Die Behandlung der Trichuriasis erfolgt mittels spezifischer, gegen Darmwürmer wirksamer Medikamente, die über wenige Tage eingenommen werden sowie bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen zu einer erfolgreichen Beseitigung der Würmer führen. Bei einem stark ausgeprägten Befall mit begleitender Blutarmut wird die Wurmbehandlung durch eine gezielte Eisenzufuhr sowie eine ausreichende Ernährung ergänzt, um die entstandenen Mangelzustände auszugleichen. Eine erneute Untersuchung der Stuhlprobe nach abgeschlossener Behandlung kann den Behandlungserfolg bestätigen.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Trichuriasis ist bei einer rechtzeitig eingeleiteten Behandlung sehr gut, wobei die Würmer bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen vollständig beseitigt werden sowie die Beschwerden innerhalb kurzer Zeit vollständig abklingen. Eine über Jahre unbehandelt bestehende, starke Wurmlast im Kindesalter kann jedoch zu einer bleibenden Beeinträchtigung des Wachstums sowie der kognitiven Entwicklung führen, weshalb eine frühzeitige Diagnosestellung sowie Behandlung in Endemiegebieten von erheblicher Bedeutung ist. Eine erneute Ansteckung ist bei fortbestehender unzureichender sanitärer Versorgung sowie mangelnder Hygiene möglich, weshalb begleitende hygienische Maßnahmen für eine dauerhafte Vorbeugung entscheidend sind.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Wie erfolgt die Ansteckung mit dem Peitschenwurm?

Durch die orale Aufnahme von Wurmeiern über verunreinigte Nahrung, Trinkwasser oder Erde.

Welche Folgen kann ein starker Befall bei Kindern haben?

Chronischen Durchfall, Blutarmut sowie eine Beeinträchtigung des körperlichen und geistigen Wachstums.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Durch den mikroskopischen Nachweis charakteristischer Wurmeier im Stuhl.

Wie gut sprechen Betroffene auf die Behandlung an?

Sehr gut — spezifische Medikamente führen bei der überwiegenden Mehrheit zu einer erfolgreichen Beseitigung der Würmer.

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