Pyonephrose
Die Pyonephrose bezeichnet eine schwerwiegende, eitrige Infektion des Nierenbeckens sowie des zugehörigen Nierengewebes, die sich bei gleichzeitig bestehender Behinderung des Urinabflusses entwickelt. Diese Kombination aus Infektion sowie fehlendem Abfluss führt zu einer besonders gefährlichen Situation, da sich der Eiter innerhalb der Niere nicht regelrecht entleeren kann sowie sich die Infektion rasch in den Blutkreislauf ausbreiten kann. Die Pyonephrose stellt einen dringlichen medizinischen Notfall dar, der eine sofortige, kombinierte Entlastung sowie antibiotische Behandlung erfordert.
Ursachen
Die Pyonephrose entsteht durch das Zusammentreffen einer bakteriellen Infektion der Harnwege mit einer gleichzeitig bestehenden Abflussbehinderung, insbesondere durch einen Harnleiterstein, eine Verengung der ableitenden Harnwege oder eine vergrößerte Prostata. Diese Kombination führt dazu, dass sich Bakterien sowie Eiter innerhalb des gestauten Nierenbeckens ungehindert vermehren können, ohne durch den normalerweise ausspülenden Urinfluss ausgeschwemmt zu werden.
Symptome
Die Pyonephrose äußert sich durch hohes Fieber mit Schüttelfrost, starke Flankenschmerzen sowie ein ausgeprägtes, rasch fortschreitendes Krankheitsgefühl. Übelkeit, Erbrechen sowie, bei bereits eingetretener Ausbreitung der Infektion in den Blutkreislauf, Zeichen einer beginnenden Blutvergiftung, insbesondere ein rascher Blutdruckabfall sowie eine Verwirrtheit, können hinzukommen. Diese Symptomkombination erfordert eine umgehende, notfallmäßige ärztliche Behandlung.
Diagnostik
Die Diagnose der Pyonephrose wird durch eine Ultraschalluntersuchung gestellt, die eine Erweiterung des Nierenbeckens mit eitrig-trübem Inhalt zeigt, ergänzt durch eine Blutuntersuchung, die deutlich erhöhte Entzündungswerte sowie Zeichen einer bakteriellen Infektion nachweist. Eine Computertomographie kann zur genaueren Beurteilung der Ausdehnung sowie der zugrunde liegenden Abflussbehinderung ergänzend eingesetzt werden.
Behandlung
Die Behandlung der Pyonephrose erfordert als dringlichen Notfall eine sofortige, kombinierte Vorgehensweise aus intravenöser, hochdosierter antibiotischer Behandlung sowie einer umgehenden Entlastung des gestauten, eitrigen Nierenbeckens, meist mittels eines über die Haut eingeführten Drainagekatheters. Erst nach erfolgreicher Entlastung sowie Kontrolle der akuten Infektion wird die zugrunde liegende Abflussbehinderung, insbesondere ein Harnleiterstein, gezielt behoben.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Pyonephrose ist bei rascher, umgehender Behandlung gut, wobei die Kombination aus antibiotischer Behandlung sowie sofortiger Entlastung die akute Gefahr einer Blutvergiftung sowie einer bleibenden Nierenschädigung deutlich vermindert. Eine verzögerte Behandlung birgt dagegen ein erhebliches Risiko für eine lebensbedrohliche Ausbreitung der Infektion sowie eine bleibende, teils vollständige Zerstörung der betroffenen Niere, weshalb eine sofortige, notfallmäßige Behandlung von entscheidender Bedeutung ist.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Pyonephrose: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was ist eine Pyonephrose?
Eine eitrige Infektion des Nierenbeckens bei gleichzeitig bestehender Abflussbehinderung.
Warum ist sie so gefährlich?
Der Eiter kann sich nicht entleeren, wodurch sich die Infektion rasch ausbreiten kann.
Wie wird sie behandelt?
Durch sofortige antibiotische Behandlung sowie eine umgehende Entlastung mittels Drainagekatheter.
Was droht bei verzögerter Behandlung?
Eine lebensbedrohliche Ausbreitung der Infektion sowie eine bleibende Nierenschädigung.
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