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Innere Medizin

Lungenabszess

Der Lungenabszess bezeichnet eine umschriebene, mit Eiter gefüllte Gewebehöhle innerhalb des Lungengewebes, die durch eine bakterielle Infektion mit fortschreitender Einschmelzung des betroffenen Gewebebereichs entsteht. Diese Erkrankung tritt am häufigsten als Komplikation einer zunächst gewöhnlichen Lungenentzündung auf, insbesondere wenn Mageninhalt oder Bakterien aus dem Mund- sowie Rachenraum in die Lunge gelangen, wie es bei einer eingeschränkten Schutzfunktion der Atemwege, etwa infolge von Bewusstlosigkeit, Alkoholmissbrauch oder Schluckstörungen, begünstigt wird. Aufgrund der dicken, schlecht durchbluteten Abszesswand, die von den meisten Antibiotika nur unzureichend durchdrungen wird, erfordert die Behandlung des Lungenabszesses häufig eine deutlich längere Behandlungsdauer als eine gewöhnliche Lungenentzündung.

Ursachen

Der Lungenabszess entsteht am häufigsten durch das Einatmen von Mageninhalt oder Bakterien aus dem Mund- sowie Rachenraum in die Lunge, ein als Aspiration bezeichneter Vorgang, der insbesondere bei einer eingeschränkten Schutzfunktion der Atemwege infolge von Bewusstlosigkeit, starkem Alkoholmissbrauch, einer Schluckstörung oder einer Narkose begünstigt wird. Eine bereits bestehende, unzureichend behandelte Lungenentzündung kann sich ebenfalls zu einem Lungenabszess weiterentwickeln, insbesondere bei einer geschwächten Immunabwehr. Seltener entsteht ein Lungenabszess durch eine Ausbreitung einer Infektion aus einem benachbarten Organ oder durch eine über die Blutbahn verschleppte bakterielle Infektion aus einem entfernten Infektionsherd.

Symptome

Der Lungenabszess äußert sich durch anhaltendes, hohes Fieber, einen produktiven Husten mit meist übelriechendem, eitrigem Auswurf sowie Schmerzen im Brustkorb, die sich bei tiefer Atmung verstärken können. Eine ausgeprägte Müdigkeit, ein deutlicher Gewichtsverlust sowie Nachtschweiß entwickeln sich häufig im Verlauf einer über mehrere Wochen bestehenden, unzureichend behandelten Infektion. Der charakteristische, übelriechende Auswurf gilt als wichtiger Hinweis auf eine Beteiligung von Bakterien, die normalerweise im Mund- sowie Rachenraum vorkommen, sowie damit auf eine wahrscheinliche Aspiration als zugrunde liegende Ursache.

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Diagnostik

Die Diagnose des Lungenabszesses wird durch eine Bildgebung mittels Röntgenaufnahme oder Computertomografie des Brustkorbs gestellt, die eine charakteristische, häufig mit einem sichtbaren Flüssigkeitsspiegel gefüllte Höhle innerhalb des Lungengewebes zeigt. Eine mikrobiologische Untersuchung des Auswurfs oder einer gezielt gewonnenen Probe kann den genauen Erreger identifizieren sowie die Wahl einer gezielten Antibiotikabehandlung unterstützen. Eine Blutuntersuchung zeigt typischerweise deutlich erhöhte Entzündungswerte, wobei eine Bronchoskopie in ausgewählten Fällen zusätzlich zur Diagnosesicherung sowie zum Ausschluss einer zugrunde liegenden Verlegung der Atemwege eingesetzt werden kann.

Behandlung

Die Behandlung des Lungenabszesses erfolgt mittels einer über mehrere Wochen, mitunter über zwei bis drei Monate fortgeführten, gezielt gegen die nachgewiesenen Erreger wirksamen Antibiotikabehandlung, wobei diese lange Behandlungsdauer angesichts der schlecht durchbluteten, dicken Abszesswand notwendig ist, um ein Wiederaufflammen der Infektion zu verhindern. Bei einem großen oder trotz konsequenter Antibiotikabehandlung nicht ansprechenden Abszess kann eine gezielte Drainage des Eiters mittels eines über die Haut eingebrachten Katheters oder, in ausgewählten, komplizierten Fällen, eine operative Entfernung des betroffenen Lungengewebes notwendig werden. Eine begleitende atemtherapeutische Behandlung unterstützt die Genesung zusätzlich.

Verlauf und Prognose

Die Prognose des Lungenabszesses ist bei einer konsequent über die vollständige, empfohlene Dauer fortgeführten Antibiotikabehandlung bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen gut, wobei sich der Abszess über mehrere Wochen bis Monate zurückbildet. Ein vorzeitiges Absetzen der Behandlung erhöht das Risiko für ein Wiederaufflammen der Infektion sowie für die Entwicklung chronischer, langwieriger Verläufe erheblich. Bei einer bereits stark geschwächten Immunabwehr oder bei ausbleibendem Ansprechen auf die medikamentöse Behandlung kann die Prognose deutlich ernster ausfallen, weshalb eine engmaschige ärztliche Verlaufskontrolle während der gesamten Behandlungsdauer dringend empfohlen wird.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Wie entsteht ein Lungenabszess am häufigsten?

Durch das Einatmen von Mageninhalt oder Bakterien aus dem Mund-Rachen-Raum in die Lunge (Aspiration).

Was ist ein charakteristisches Symptom?

Ein produktiver Husten mit meist übelriechendem, eitrigem Auswurf.

Warum dauert die Behandlung so lange?

Weil die dicke, schlecht durchblutete Abszesswand von den meisten Antibiotika nur unzureichend durchdrungen wird.

Was ist bei ausbleibendem Ansprechen auf Antibiotika eine Option?

Eine gezielte Drainage des Eiters oder in komplizierten Fällen eine operative Entfernung des betroffenen Lungengewebes.

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