Koronararterienaneurysma
Das Koronararterienaneurysma bezeichnet eine örtlich begrenzte, krankhafte Erweiterung eines der Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut versorgen. Diese Gefäßerweiterung kann sowohl als Folge einer fortgeschrittenen Arteriosklerose als auch, insbesondere bei Kindern, als Folge einer entzündlichen Gefäßerkrankung, des sogenannten Kawasaki-Syndroms, entstehen. Ein Koronararterienaneurysma birgt ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln innerhalb der erweiterten Gefäßstrecke, die sich lösen sowie einen nachgeschalteten Gefäßabschnitt verschließen können, wodurch ein Herzinfarkt ausgelöst werden kann.
Ursachen
Das Koronararterienaneurysma entsteht bei Erwachsenen am häufigsten als Folge einer fortgeschrittenen Arteriosklerose, bei der die Gefäßwand der Herzkranzgefäße durch die Ablagerungen geschwächt sowie in der Folge örtlich ausgedehnt wird. Bei Kindern stellt das Kawasaki-Syndrom, eine seltene, entzündliche Erkrankung der Blutgefäße, die häufigste Ursache eines Koronararterienaneurysmas dar, bei der die Entzündung die Gefäßwand der Herzkranzgefäße schwächt. Seltener können auch angeborene Bindegewebserkrankungen oder eine vorausgegangene Herzkatheteruntersuchung ein Koronararterienaneurysma verursachen.
Symptome
Das Koronararterienaneurysma selbst verursacht in aller Regel keine eigenständigen Beschwerden sowie wird häufig zufällig im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung oder einer speziellen bildgebenden Untersuchung entdeckt. Bildet sich innerhalb des erweiterten Gefäßabschnittes ein Blutgerinnsel, das sich löst sowie ein nachgeschaltetes Gefäßsegment verschließt, können die typischen Beschwerden eines Herzinfarkts, insbesondere ausgeprägte Brustschmerzen, Atemnot sowie ein starkes Krankheitsgefühl, auftreten.
Diagnostik
Die Diagnose des Koronararterienaneurysmas wird durch eine Herzkatheteruntersuchung mit direkter Darstellung der Herzkranzgefäße oder eine spezielle, nicht-invasive bildgebende Untersuchung, insbesondere eine Computertomographie der Herzkranzgefäße, gestellt, bei der die örtlich begrenzte Gefäßerweiterung sichtbar gemacht wird. Bei Kindern mit bekanntem oder durchgemachtem Kawasaki-Syndrom werden regelmäßige Herzultraschalluntersuchungen zur Überwachung der Herzkranzgefäße empfohlen.
Behandlung
Die Behandlung des Koronararterienaneurysmas richtet sich nach der Größe der Gefäßerweiterung sowie dem individuellen Risiko für eine Blutgerinnselbildung, wobei eine gezielte, blutverdünnende Behandlung zur Vorbeugung einer Gerinnselbildung innerhalb des erweiterten Gefäßabschnittes im Vordergrund steht. Bei einem sehr großen oder rasch fortschreitenden Aneurysma kann ein gezielter, gefäßstützender Eingriff mittels Herzkatheter oder in ausgewählten Fällen eine operative Behandlung erwogen werden.
Verlauf und Prognose
Die Prognose des Koronararterienaneurysmas hängt entscheidend von der Größe der Gefäßerweiterung sowie der zugrunde liegenden Ursache ab, wobei kleinere Aneurysmen bei konsequenter blutverdünnender Behandlung häufig einen stabilen, unauffälligen Verlauf zeigen. Größere Aneurysmen sowie solche im Rahmen eines Kawasaki-Syndroms bei Kindern erfordern eine langfristige, regelmäßige kardiologische Überwachung, um das Risiko einer Blutgerinnselbildung sowie eines daraus resultierenden Herzinfarkts frühzeitig zu erkennen sowie zu behandeln.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Koronararterienaneurysma: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was ist ein Koronararterienaneurysma?
Eine örtlich begrenzte, krankhafte Erweiterung eines Herzkranzgefäßes.
Was ist eine häufige Ursache bei Kindern?
Das Kawasaki-Syndrom.
Welches Risiko birgt es?
Das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln, die einen Herzinfarkt auslösen können.
Wie wird das Risiko vermindert?
Durch eine gezielte, blutverdünnende Behandlung.
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