Komplikationen nach Abort, Extrauteringravidität und Molenschwangerschaft
Nach dem Ende einer Schwangerschaft durch eine Fehlgeburt, einen ärztlich eingeleiteten Abbruch, eine Eileiterschwangerschaft oder eine Molenschwangerschaft, bei der sich anstelle eines normal entwickelten Embryos ein krankhaft verändertes Plazentagewebe bildet, kann es in der Folge zu verschiedenen unerwünschten Komplikationen kommen. Diese Komplikationen nach Abort, Extrauteringravidität und Molenschwangerschaft umfassen ein Spektrum an möglichen Folgezuständen, die unabhängig von der genauen Ursache des Schwangerschaftsendes auftreten können und eine zeitnahe ärztliche Abklärung sowie gegebenenfalls Behandlung erfordern, um schwerwiegendere Verläufe zu vermeiden.
Ursachen
Zu den häufigsten Komplikationen zählt eine anhaltende oder verstärkte Blutung, die entsteht, wenn sich die Gebärmutter nach dem Ende der Schwangerschaft nicht ausreichend zusammenzieht oder wenn Reste von Schwangerschaftsgewebe im Inneren der Gebärmutter verblieben sind. Eine weitere mögliche Komplikation ist eine aufsteigende Infektion der Gebärmutter oder der umliegenden Beckenorgane, die begünstigt wird, wenn Keime über den nach dem Schwangerschaftsende noch geöffneten Gebärmutterhals eindringen können. Nach einer Molenschwangerschaft kann zudem in seltenen Fällen verbliebenes, krankhaft verändertes Gewebe fortbestehen und eine gesonderte weiterführende Behandlung erforderlich machen.
Symptome
Eine anhaltende oder verstärkte Blutung äußert sich durch eine über die erwartete Dauer und Stärke hinausgehende vaginale Blutung, die im Unterschied zu einer gewöhnlichen Regelblutung deutlich stärker oder langanhaltender ausfällt. Eine aufsteigende Infektion macht sich häufig durch Fieber, anhaltende Unterbauchschmerzen sowie einen übelriechenden vaginalen Ausfluss bemerkbar. Nach einer Molenschwangerschaft kann ein Fortbestehen typischer schwangerschaftsähnlicher Beschwerden trotz beendeter Schwangerschaft ein Hinweis auf verbliebenes Gewebe sein und erfordert eine gezielte weitere Abklärung.
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt durch eine ärztliche Untersuchung, bei der zunächst mittels Ultraschall überprüft wird, ob die Gebärmutter vollständig entleert ist oder ob noch Gewebereste nachweisbar sind. Bei Verdacht auf eine Infektion werden zusätzlich Entzündungswerte im Blut sowie gegebenenfalls ein Abstrich zur genaueren Erregerbestimmung untersucht. Nach einer Molenschwangerschaft erfolgt zudem eine regelmäßige Kontrolle eines bestimmten, im Blut messbaren Schwangerschaftshormons, dessen Verlauf Aufschluss über eine vollständige Ausheilung oder ein mögliches Fortbestehen von krankhaftem Gewebe gibt.
Behandlung
Bei einer anhaltenden Blutung durch verbliebenes Schwangerschaftsgewebe wird in der Regel eine sorgfältige Ausräumung der Gebärmutter durchgeführt, um die Blutungsquelle zu beseitigen. Eine nachgewiesene Infektion wird gezielt mit einer antibiotischen Behandlung therapiert, wobei bei ausgeprägteren Verläufen eine stationäre Behandlung notwendig werden kann. Nach einer Molenschwangerschaft mit fortbestehendem, erhöhtem Schwangerschaftshormonspiegel kann eine weiterführende Behandlung notwendig werden, um ein Fortbestehen des krankhaften Gewebes zuverlässig auszuschließen und zu behandeln.
Verlauf und Prognose
Bei rechtzeitiger Erkennung und Behandlung ist die Prognose der meisten Komplikationen nach einem Abort, einer Extrauteringravidität oder einer Molenschwangerschaft gut, mit einer vollständigen Ausheilung ohne bleibende Folgen für die weitere Fruchtbarkeit. Bleiben Komplikationen wie eine Infektion oder eine anhaltende Blutung hingegen unerkannt oder unbehandelt, besteht das Risiko für einen schwereren Verlauf mit möglichen Auswirkungen auf die spätere Fruchtbarkeit, weshalb die empfohlenen ärztlichen Nachkontrollen nach jedem dieser Ereignisse von großer Bedeutung sind.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Fehlgeburt und Schwangerschaftsabbruch: Ursachen, Diagnostik, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Welche Komplikation tritt am häufigsten auf?
Eine anhaltende oder verstärkte Blutung ist eine der häufigsten Komplikationen und entsteht meist durch verbliebenes Schwangerschaftsgewebe oder eine unzureichende Rückbildung der Gebärmutter.
Woran erkennt man eine aufsteigende Infektion?
An Fieber, anhaltenden Unterbauchschmerzen sowie einem übelriechenden vaginalen Ausfluss.
Warum werden nach einer Molenschwangerschaft regelmäßige Blutkontrollen durchgeführt?
Der Verlauf eines bestimmten Schwangerschaftshormons im Blut gibt Aufschluss darüber, ob die Ausheilung vollständig verlaufen ist oder krankhaftes Gewebe fortbesteht.
Beeinträchtigen diese Komplikationen die spätere Fruchtbarkeit?
Bei rechtzeitiger Erkennung und Behandlung in aller Regel nicht, unerkannte oder unbehandelte Komplikationen können jedoch die spätere Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
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