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Frauengesundheit

Gesichtslage

Die Gesichtslage bezeichnet eine seltene Einstellungsanomalie des kindlichen Kopfes während der Geburt, bei der der Kopf des Kindes vollständig überstreckt ist, sodass nicht der Hinterkopf, wie bei der weit überwiegenden Mehrheit der Geburten üblich, sondern das Gesicht des Kindes vorangeht sowie sich als erstes durch den Geburtskanal bewegt. Diese ungewöhnliche Kopfhaltung entsteht meist erst während des Geburtsvorgangs selbst, wenn die normale Beugehaltung des kindlichen Kopfes aus verschiedenen Gründen nicht eingenommen werden kann. Ob eine vaginale Geburt bei einer Gesichtslage möglich ist, hängt entscheidend von der genauen Ausrichtung des kindlichen Kinns innerhalb des mütterlichen Beckens ab.

Ursachen

Die Gesichtslage entsteht durch verschiedene Faktoren, die eine vollständige Überstreckung statt der normalen Beugehaltung des kindlichen Kopfes während der Geburt begünstigen, wobei zu den wichtigsten Ursachen eine Verengung des mütterlichen Beckens, eine ungewöhnlich große kindliche Kopfform, eine mehrfache Umschlingung der Nabelschnur um den kindlichen Hals sowie bestimmte Fehlbildungen des kindlichen Halses zählen, die eine normale Beugehaltung mechanisch erschweren. Eine Frühgeburtlichkeit sowie eine bereits mehrfach gedehnte Gebärmutterwand nach mehreren vorausgegangenen Schwangerschaften können das Risiko für eine Gesichtslage zusätzlich erhöhen.

Symptome

Die Gesichtslage äußert sich für die gebärende Frau nicht durch eigenständige, spezifische Beschwerden, wobei die Diagnose meist erst durch die geburtshilfliche Untersuchung während der fortschreitenden Geburt gestellt wird. Eine Gesichtslage kann mit einem verlangsamten Fortschreiten der Geburt sowie einer erschwerten Einstellung des kindlichen Kopfes im mütterlichen Becken einhergehen. Bei der Untersuchung ist anstelle der üblichen, glatten Kopfhaut die unregelmäßige, mit charakteristischen Gesichtsmerkmalen versehene Oberfläche des kindlichen Gesichts tastbar.

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Diagnostik

Die Diagnose der Gesichtslage wird durch eine vaginale Tastuntersuchung während der Geburt gestellt, bei der anstelle der glatten kindlichen Kopfhaut die charakteristischen Strukturen des Gesichts, einschließlich Nase, Mund sowie Kinn, ertastet werden können. Eine Ultraschalluntersuchung kann die genaue Kopfhaltung sowie die Ausrichtung des kindlichen Kinns zusätzlich bestätigen sowie präzisieren, was für die weitere geburtshilfliche Entscheidung von entscheidender Bedeutung ist. Die genaue Position des kindlichen Kinns innerhalb des mütterlichen Beckens, insbesondere ob es nach vorne oder nach hinten ausgerichtet ist, wird sorgfältig bestimmt.

Behandlung

Die Behandlung der Gesichtslage richtet sich maßgeblich nach der genauen Ausrichtung des kindlichen Kinns, wobei eine nach vorne, in Richtung des mütterlichen Schambeins ausgerichtete Kinnhaltung bei einem ausreichend weiten mütterlichen Becken eine vaginale Geburt unter engmaschiger geburtshilflicher Überwachung ermöglichen kann. Bei einer nach hinten ausgerichteten Kinnhaltung ist eine vaginale Geburt in aller Regel nicht möglich, da der kindliche Kopf in dieser Position nicht durch den Geburtskanal hindurchtreten kann, weshalb eine Entbindung mittels Kaiserschnitt notwendig wird. Eine engmaschige Überwachung des kindlichen Herzschlags während der gesamten Geburt ist bei einer Gesichtslage von besonderer Bedeutung.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Gesichtslage hängt entscheidend von der Ausrichtung des kindlichen Kinns sowie der rechtzeitigen Erkennung dieser Einstellungsanomalie ab, wobei eine nach vorne ausgerichtete Kinnhaltung bei sorgfältiger geburtshilflicher Begleitung häufig zu einer erfolgreichen vaginalen Geburt führen kann. Nach der Geburt zeigt sich beim Kind häufig eine vorübergehende, durch die Überstreckung während der Geburt bedingte Schwellung sowie Verformung des Gesichts, die sich innerhalb weniger Tage von selbst vollständig zurückbildet. Eine rechtzeitig erkannte, ungünstig ausgerichtete Kinnhaltung mit anschließender Entbindung mittels Kaiserschnitt weist ebenfalls eine gute Prognose für Mutter sowie Kind auf.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Was unterscheidet die Gesichtslage von der üblichen Kindslage?

Der kindliche Kopf ist vollständig überstreckt, sodass das Gesicht statt des Hinterkopfes vorangeht.

Wovon hängt die Möglichkeit einer vaginalen Geburt ab?

Von der genauen Ausrichtung des kindlichen Kinns innerhalb des mütterlichen Beckens.

Wann ist eine vaginale Geburt meist nicht möglich?

Bei einer nach hinten ausgerichteten Kinnhaltung.

Bildet sich eine geburtsbedingte Gesichtsschwellung wieder zurück?

Ja, innerhalb weniger Tage von selbst vollständig.

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