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Vergiftungen

Fluorwasserstoffvergiftung

Die Fluorwasserstoffvergiftung entsteht durch Hautkontakt, das Einatmen von Dämpfen oder das Verschlucken von Fluorwasserstoff beziehungsweise seiner wässrigen Lösung, der Flusssäure, die in bestimmten industriellen Reinigungs- und Ätzmitteln, etwa zur Glasbearbeitung, vorkommt. Die Substanz dringt tief in Gewebe ein und kann durch die Bindung von Kalzium im Körper lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen.

Ursachen

Häufige Ursachen sind Hautkontakt mit flusssäurehaltigen Reinigungs- oder Ätzmitteln, etwa bei der Glas- oder Metallbearbeitung, sowie das Einatmen von Fluorwasserstoffdämpfen in industriellen Anwendungen. Auch scheinbar geringer Hautkontakt kann bei ausreichender Konzentration zu einer ernsten Vergiftung führen.

Symptome

Bei Hautkontakt kann der Schmerz zunächst gering sein, obwohl die Substanz bereits tief in das Gewebe eindringt, weshalb sich die volle Schwere der Verletzung oft erst mit Verzögerung zeigt. Systemisch bindet Fluorwasserstoff Kalzium im Körper, was zu Muskelkrämpfen, Herzrhythmusstörungen und, bei ausgeprägter Vergiftung, zum Herzstillstand führen kann.

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Diagnostik

Die Diagnose stützt sich auf die Krankengeschichte mit Angaben zur Exposition sowie die Untersuchung der betroffenen Haut. Bei relevanter Exposition werden die Kalziumwerte im Blut sowie der Herzrhythmus engmaschig überwacht, da sich eine gefährliche Unterversorgung mit Kalzium rasch entwickeln kann.

Behandlung

Bei Hautkontakt ist ein sofortiges, ausgiebiges Spülen mit Wasser sowie die Anwendung einer speziellen kalziumhaltigen Salbe oder Injektion zur Neutralisierung der Substanz im Gewebe entscheidend. Bei systemischer Vergiftung ist eine intensivmedizinische Behandlung mit Kalziumersatz und Überwachung des Herzrhythmus erforderlich.

Verlauf und Prognose

Bei rascher, sachgerechter Behandlung begrenzten Hautkontakts ist die Prognose meist gut. Bei größerflächigem Hautkontakt, Einatmen hoher Konzentrationen oder Verschlucken besteht jedoch ein ernstes, potenziell lebensbedrohliches Risiko durch die systemische Kalziumbindung.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Warum ist der anfängliche Schmerz bei Hautkontakt oft irreführend?

Weil er zunächst gering sein kann, obwohl die Substanz bereits tief in das Gewebe eindringt.

Warum ist die Kalziumüberwachung so wichtig?

Weil Fluorwasserstoff Kalzium im Körper bindet, was zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen führen kann.

Wie wird Hautkontakt behandelt?

Mit sofortigem, ausgiebigem Spülen mit Wasser sowie einer speziellen kalziumhaltigen Salbe oder Injektion.

Wo kommt Fluorwasserstoff vor?

Unter anderem in bestimmten industriellen Reinigungs- und Ätzmitteln zur Glasbearbeitung.

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