Erworbene hämolytische Anämien
Erworbene hämolytische Anämien sind Formen der Blutarmut, bei denen rote Blutkörperchen vorzeitig abgebaut werden, ohne dass eine angeborene Ursache vorliegt. Sie entstehen im Laufe des Lebens durch verschiedene äußere Einflüsse, Medikamente, Infektionen oder Grunderkrankungen, die die roten Blutkörperchen schädigen oder ihren Abbau beschleunigen.
Ursachen
Ursachen können Autoimmunreaktionen sein, bei denen das Immunsystem fälschlicherweise körpereigene rote Blutkörperchen angreift, aber auch bestimmte Infektionen, Medikamente, mechanische Schädigung der Blutkörperchen durch künstliche Herzklappen oder Gifte. Auch bestimmte Grunderkrankungen des Blutes können die Lebensdauer der roten Blutkörperchen verkürzen.
Symptome
Im Vordergrund stehen die allgemeinen Zeichen einer Blutarmut wie Blässe, Müdigkeit und Kurzatmigkeit bei Belastung, häufig begleitet von einer Gelbfärbung der Haut durch den vermehrten Abbau des roten Blutfarbstoffs. Je nach Ausmaß des Abbaus kann sich zudem eine dunkle Verfärbung des Urins zeigen.
Diagnostik
Die Diagnose stützt sich auf ein Blutbild mit Nachweis erniedrigter roter Blutkörperchen sowie Laborwerte, die einen vermehrten Blutkörperchenabbau anzeigen. Weitere Untersuchungen dienen der Klärung der zugrunde liegenden Ursache, etwa dem Nachweis von Autoantikörpern oder einer möglichen auslösenden Medikamenteneinnahme.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache, etwa durch Absetzen eines auslösenden Medikaments, Behandlung einer zugrunde liegenden Infektion oder, bei Autoimmunreaktionen, den Einsatz entzündungshemmender Medikamente. Bei ausgeprägter Blutarmut kann vorübergehend eine Bluttransfusion erforderlich sein.
Verlauf und Prognose
Mit erfolgreicher Behandlung der zugrunde liegenden Ursache bessert sich die Blutarmut bei den meisten Betroffenen deutlich. Der weitere Verlauf hängt wesentlich davon ab, ob die auslösende Ursache dauerhaft behoben werden kann oder ob sie bestehen bleibt und eine wiederholte Behandlung erfordert.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Erworbene hämolytische Anämie: Ursachen, Symptome, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie unterscheiden sich erworbene von angeborenen hämolytischen Anämien?
Erworbene Formen entstehen im Laufe des Lebens durch äußere Einflüsse oder Erkrankungen, während angeborene Formen genetisch bedingt sind.
Welche Rolle spielt das Immunsystem?
Bei Autoimmunreaktionen greift das Immunsystem fälschlicherweise die eigenen roten Blutkörperchen an und beschleunigt deren Abbau.
Warum tritt manchmal eine Gelbfärbung der Haut auf?
Weil beim vermehrten Abbau der roten Blutkörperchen roter Blutfarbstoff freigesetzt wird, der zu dieser Verfärbung führt.
Ist eine Bluttransfusion immer nötig?
Nein, nur bei ausgeprägter Blutarmut, ansonsten steht die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache im Vordergrund.
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