Epistaxis (Nasenbluten)
Die Epistaxis, umgangssprachlich als Nasenbluten bezeichnet, ist eine Blutung aus den zahlreichen, oberflächlich gelegenen Blutgefäßen der Nasenschleimhaut, die zu den häufigsten spontan auftretenden Blutungen des Körpers zählt. Die überwiegende Mehrheit der Nasenblutungen entsteht aus einem gefäßreichen Bereich im vorderen Nasenseptum, dem sogenannten Locus Kiesselbachii, sowie lässt sich durch einfache Maßnahmen gut selbst stillen. Eine ausgeprägte, anhaltende oder wiederholt auftretende Epistaxis kann jedoch auf eine zugrunde liegende Ursache hinweisen, die einer gezielten ärztlichen Abklärung bedarf.
Ursachen
Die Epistaxis entsteht am häufigsten durch eine örtliche Reizung oder Verletzung der Nasenschleimhaut, insbesondere durch trockene Raumluft, häufiges Naseputzen oder -bohren sowie leichte Verletzungen. Weitere begünstigende Faktoren umfassen eine Entzündung der Nasenschleimhaut, einen erhöhten Blutdruck, die Einnahme blutverdünnender Medikamente sowie, seltener, eine zugrunde liegende Gerinnungsstörung. Bei Kindern ist häufiges, harmloses Nasenbluten meist auf eine mechanische Reizung der empfindlichen vorderen Nasenschleimhaut zurückzuführen.
Symptome
Die Epistaxis äußert sich durch einen mehr oder weniger starken Blutabgang aus einem oder beiden Nasenlöchern, der bei einer vorderen Blutung meist gut sichtbar nach außen abfließt, während eine seltenere, hintere Blutung überwiegend in den Rachen abfließt sowie leichter übersehen werden kann. Bei einem stärkeren oder länger anhaltenden Blutverlust können Schwindel sowie ein allgemeines Schwächegefühl zusätzlich auftreten.
Diagnostik
Die Diagnose der Epistaxis wird durch eine klinische Untersuchung der Nase gestellt, bei der die genaue Blutungsquelle identifiziert wird. Bei wiederholt auftretender, ausgeprägter oder unklarer Epistaxis erfolgt eine weiterführende Untersuchung, insbesondere eine Blutdruckmessung sowie eine Blutuntersuchung zur Beurteilung der Blutgerinnung, um eine zugrunde liegende Ursache zu identifizieren.
Behandlung
Die Behandlung der Epistaxis besteht bei einer akuten, vorderen Blutung in erster Linie im Zusammendrücken der Nasenflügel für mehrere Minuten bei nach vorne geneigtem Kopf sowie kühlenden Umschlägen im Nacken, wodurch sich die überwiegende Mehrheit der Blutungen erfolgreich stillen lässt. Bei anhaltender Blutung kann eine gezielte Verödung der blutenden Gefäßregion oder eine vorübergehende Tamponade der Nase durch eine Fachperson erforderlich werden. Eine zugrunde liegende Ursache, insbesondere ein erhöhter Blutdruck, wird gezielt mitbehandelt.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Epistaxis ist bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen sehr gut, da sich die einzelnen Blutungsepisoden meist rasch sowie folgenlos durch einfache Maßnahmen stillen lassen. Eine wiederholt auftretende oder ausgeprägte Epistaxis erfordert eine gezielte Abklärung sowie Behandlung der zugrunde liegenden Ursache, um weitere Blutungsepisoden sowie einen bedeutsamen Blutverlust zu vermeiden.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Epistaxis (Nasenbluten): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Woher stammt die häufigste Blutungsquelle bei Nasenbluten?
Aus dem gefäßreichen Locus Kiesselbachii im vorderen Nasenseptum.
Was hilft bei akutem Nasenbluten?
Zusammendrücken der Nasenflügel bei nach vorne geneigtem Kopf sowie kühlende Umschläge im Nacken.
Was ist ein häufiger Auslöser?
Trockene Raumluft sowie häufiges Naseputzen.
Wann sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen?
Bei wiederholt auftretender, ausgeprägter oder unklarer Epistaxis.
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