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Augen & Sehkraft

Disseminierte Chorioretinitis

Die Chorioretinitis bezeichnet eine gemeinsame Entzündung der Aderhaut und der unmittelbar darüberliegenden Netzhaut, wobei zwischen einer umschriebenen, fokalen Form mit nur einem einzelnen Entzündungsherd und der disseminierten Form unterschieden wird. Bei der disseminierten Chorioretinitis bilden sich, im Unterschied zur fokalen Form, zahlreiche, über größere Bereiche des Augenhintergrunds verstreute Entzündungsherde, die sowohl einzeln als auch in Gruppen auftreten können. Diese ausgedehntere Verteilung der Entzündungsherde hat zur Folge, dass die disseminierte Form häufig mit einer ausgeprägteren Beeinträchtigung der Sehfunktion einhergeht als die umschriebene, fokale Verlaufsform.

Ursachen

Die disseminierte Chorioretinitis entsteht meist im Rahmen von Infektionen, die über die Blutbahn in das Auge gelangen und dort mehrere, über den Augenhintergrund verteilte Entzündungsherde auslösen. Bestimmte, weltweit verbreitete parasitäre Infektionen zählen zu den häufigeren Auslösern, insbesondere bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem, bei denen sich die Erreger leichter im Körper ausbreiten und mehrere Stellen des Augenhintergrunds gleichzeitig befallen können. Auch bestimmte, seltenere Pilzinfektionen sowie autoimmune Entzündungsprozesse, bei denen das körpereigene Abwehrsystem fälschlicherweise mehrere Bereiche der Aderhaut und Netzhaut gleichzeitig angreift, können eine disseminierte Chorioretinitis verursachen.

Symptome

Die Symptomatik der disseminierten Chorioretinitis hängt von der Anzahl, Lage und Ausdehnung der einzelnen Entzündungsherde ab. Betroffene berichten häufig über eine Wahrnehmung schwarzer Punkte oder Schatten im Gesichtsfeld, sogenannte Mouches volantes, sowie über eine zunehmende, mitunter fleckförmige Sehverschlechterung, wenn mehrere Entzündungsherde gleichzeitig Bereiche der für das Sehen bedeutsamen Netzhautregionen betreffen. Da bei der disseminierten Form mehrere Stellen des Augenhintergrunds gleichzeitig betroffen sein können, ist die Beeinträchtigung des Sehvermögens insgesamt häufig stärker ausgeprägt als bei der umschriebenen, fokalen Form mit nur einem einzelnen Entzündungsherd.

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Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch eine augenärztliche Untersuchung des Augenhintergrunds bei erweiterter Pupille, bei der die charakteristische Verteilung zahlreicher, über den Augenhintergrund verstreuter Entzündungsherde erkannt und von der umschriebenen, fokalen Form abgegrenzt wird. Eine spezialisierte bildgebende Untersuchung der Netzhautschichten unterstützt die genaue Beurteilung der Ausdehnung und Aktivität der einzelnen Entzündungsherde. Da die disseminierte Form häufig auf eine Infektion mit Ausbreitung über die Blutbahn hinweist, ist eine weiterführende internistische Abklärung, einschließlich einer Blutuntersuchung auf mögliche Erreger, wichtiger Bestandteil der Diagnostik.

Behandlung

Die Behandlung der disseminierten Chorioretinitis richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei einer parasitären oder anderen infektiösen Ursache erfolgt eine gezielte, gegen den jeweiligen Erreger gerichtete medikamentöse Behandlung, häufig ergänzt durch entzündungshemmende Medikamente, um das Ausmaß der begleitenden Entzündungsreaktion zu begrenzen. Bei einer autoimmun bedingten Ursache stehen entzündungshemmende und das Immunsystem regulierende Medikamente im Vordergrund der Behandlung. Da bei der disseminierten Form mehrere Bereiche des Augenhintergrunds gleichzeitig betroffen sein können, ist eine engmaschige augenärztliche Verlaufskontrolle während der Behandlung besonders wichtig.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf und die Prognose der disseminierten Chorioretinitis hängen wesentlich von der zugrunde liegenden Ursache, der Anzahl und Lage der betroffenen Entzündungsherde sowie dem Zustand des Immunsystems der betroffenen Person ab. Bei rechtzeitiger, gezielter Behandlung der zugrunde liegenden Ursache heilen viele Entzündungsherde folgenlos oder mit nur geringen, bleibenden Narben ab. Sind mehrere, für das scharfe Sehen bedeutsame Netzhautregionen gleichzeitig betroffen, kann trotz erfolgreicher Behandlung eine bleibende Sehbeeinträchtigung zurückbleiben. Bei Personen mit geschwächtem Immunsystem ist zudem das Risiko für ein erneutes Auftreten weiterer Entzündungsherde erhöht, weshalb regelmäßige Kontrollen sinnvoll sind.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich die disseminierte von der fokalen Chorioretinitis?

Bei der disseminierten Form bilden sich zahlreiche, über den Augenhintergrund verstreute Entzündungsherde, während bei der fokalen Form nur ein einzelner, umschriebener Herd vorliegt.

Warum sind Personen mit geschwächtem Immunsystem besonders betroffen?

Bei ihnen können sich Erreger leichter im Körper ausbreiten und mehrere Stellen des Augenhintergrunds gleichzeitig befallen.

Was sind typische Beschwerden?

Häufig werden schwarze Punkte oder Schatten im Gesichtsfeld sowie eine zunehmende, mitunter fleckförmige Sehverschlechterung wahrgenommen.

Kann die Erkrankung erneut auftreten?

Ja, insbesondere bei Personen mit geschwächtem Immunsystem ist das Risiko für ein erneutes Auftreten weiterer Entzündungsherde erhöht.

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