Blutung und Ruptur der Aderhaut
Die Aderhaut ist eine gefäßreiche, mittlere Augenhaut, die zwischen der äußeren Lederhaut und der inneren Netzhaut liegt und für die Versorgung der Netzhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen zuständig ist. Eine Ruptur der Aderhaut bezeichnet einen Einriss dieser Gewebeschicht, der meist mit einer begleitenden Blutung einhergeht, da die Aderhaut aufgrund ihres dichten Netzes an Blutgefäßen besonders blutungsanfällig ist. Diese Verletzung entsteht am häufigsten im Rahmen einer stumpfen Gewalteinwirkung auf das Auge, bei der die plötzliche Verformung des Augapfels zu einem Einriss der vergleichsweise wenig dehnbaren Aderhautschicht führt.
Ursachen
Die häufigste Ursache für eine Ruptur der Aderhaut mit begleitender Blutung ist eine stumpfe Gewalteinwirkung auf das Auge, etwa durch einen Schlag, einen Ball oder einen Aufprall bei einem Unfall, bei dem sich der Augapfel durch die einwirkende Kraft kurzzeitig verformt und dabei die Aderhaut an ihrer Innenseite einreißt. Auch als seltene Komplikation von Augenoperationen, insbesondere bei plötzlichen, starken Schwankungen des Augeninnendrucks während des Eingriffs, kann es zu einer Ruptur mit Einblutung in die Aderhaut kommen. Zudem können bestimmte Gefäßveränderungen der Aderhaut, die das Gewebe anfälliger für Einrisse machen, das Risiko für dieses Krankheitsbild zusätzlich erhöhen.
Symptome
Die Symptomatik einer Aderhautruptur mit Blutung hängt entscheidend von der Lage und dem Ausmaß der Verletzung ab. Liegt die betroffene Stelle außerhalb der für das scharfe Sehen zentralen Netzhautregion, können die Beschwerden zunächst gering ausfallen und sich lediglich in einem umschriebenen Gesichtsfeldausfall äußern. Betrifft die Ruptur hingegen die zentrale Region oder kommt es zu einer ausgedehnteren Einblutung, berichten Betroffene über eine plötzliche, deutliche Sehverschlechterung des betroffenen Auges, häufig unmittelbar im zeitlichen Zusammenhang mit dem auslösenden Unfallereignis.
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt durch eine augenärztliche Untersuchung des Augenhintergrunds, bei der die charakteristische, meist bogenförmige Rissstelle der Aderhaut sowie eine begleitende Blutung sichtbar werden, sobald sich das anfänglich oft störende Blut im Augeninneren ausreichend geklärt hat. Eine ergänzende bildgebende Untersuchung der Netzhautschichten unterstützt die genaue Beurteilung des Ausmaßes der Verletzung sowie eine mögliche Beteiligung der zentralen Netzhautregion. Eine sorgfältige Anamnese zum genauen Unfallhergang ist wichtiger Bestandteil der Abklärung, insbesondere um weitere, möglicherweise begleitende Augenverletzungen zu erfassen.
Behandlung
Für die akute Aderhautruptur selbst existiert keine spezifische operative Behandlung, da sich die Rissstelle im weiteren Verlauf von selbst durch eine Narbe verschließt. Im Vordergrund der Behandlung steht daher zunächst eine abwartende Haltung mit regelmäßigen augenärztlichen Kontrollen, bis sich die begleitende Blutung von selbst aufgeklärt hat. Entwickeln sich im weiteren Verlauf Komplikationen im Bereich der entstandenen Narbe, etwa das Einwachsen krankhafter, neuer Blutgefäße, kann eine gezielte Behandlung dieser Komplikation notwendig werden, um eine zusätzliche Schädigung der zentralen Sehfunktion zu verhindern.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf und die Prognose der Aderhautruptur hängen wesentlich von der Lage der Verletzung ab. Liegt die betroffene Stelle außerhalb der zentralen Netzhautregion, ist die Prognose meist günstig, mit einer guten Erhaltung der zentralen Sehschärfe trotz der bleibenden Narbe. Betrifft die Ruptur die zentrale Region, bleibt häufig eine dauerhafte Beeinträchtigung der Sehschärfe an dieser Stelle bestehen. Eine regelmäßige augenärztliche Nachsorge nach der akuten Verletzungsphase ist wichtig, um mögliche spätere Komplikationen im Bereich der Narbe frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig behandeln zu können.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Augenverletzungen: Ursachen, Diagnostik, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie entsteht eine Ruptur der Aderhaut meist?
Meist durch eine stumpfe Gewalteinwirkung auf das Auge, bei der sich der Augapfel kurzzeitig verformt und die Aderhaut an ihrer Innenseite einreißt.
Warum kommt es dabei fast immer auch zu einer Blutung?
Die Aderhaut besitzt ein dichtes Netz an Blutgefäßen, weshalb ein Einriss dieser Gewebeschicht meist mit einer begleitenden Blutung einhergeht.
Wird der Riss operativ verschlossen?
Nein, die Rissstelle verschließt sich im weiteren Verlauf von selbst durch eine Narbe, eine spezifische operative Behandlung der Ruptur selbst existiert nicht.
Wovon hängt das Ausmaß der bleibenden Sehbeeinträchtigung ab?
Vor allem von der Lage der Verletzung — betrifft sie die zentrale Netzhautregion, bleibt häufig eine dauerhafte Sehbeeinträchtigung bestehen, außerhalb davon ist die Prognose meist günstig.
Weiterlesen
Keratokonus
Keratokonus: wenn sich die Hornhaut des Auges kegelförmig vorwölbt.
Weiterlesen →Augen & SehkraftTrockenes Auge
Trockenes Auge: eine der häufigsten Beschwerden in der Augenheilkunde.
Weiterlesen →Augen & SehkraftFarbenblindheit (Farbsinnstörung)
Farbenblindheit: meist eine erbliche, lebenslang bestehende Besonderheit des Farbsehens.
Weiterlesen →Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen
Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.