Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Frauengesundheit

Beckenhämatom unter der Geburt

Das Beckenhämatom unter der Geburt bezeichnet eine Ansammlung von Blut im Gewebe des Beckens, die durch eine Verletzung kleinerer oder größerer Blutgefäße während der Geburt entsteht, ohne dass dabei zwangsläufig die darüberliegende Schleimhaut sichtbar einreißt. Ein solches Hämatom kann sich in unterschiedlichen Bereichen des Beckens bilden, insbesondere im Bereich der Scheide, des äußeren Genitalbereichs oder tiefer im Beckenbindegewebe, wobei die genaue Lage sowie das Ausmaß erheblichen Einfluss auf die Symptomatik sowie die notwendige Behandlung haben. Da ein Beckenhämatom im Gegensatz zu einer offensichtlichen, äußerlich sichtbaren Blutung mitunter zunächst unbemerkt bleibt sowie sich lediglich durch zunehmende Schmerzen bemerkbar macht, ist eine aufmerksame Beobachtung der gebärenden Frau in den Stunden nach der Geburt von erheblicher Bedeutung.

Ursachen

Das Beckenhämatom unter der Geburt entsteht durch eine Verletzung von Blutgefäßen im Beckenbereich während des Geburtsvorgangs, wobei eine instrumentelle Entbindung mittels Zange oder Saugglocke, eine ungewöhnlich rasch verlaufende Geburt sowie ein ausgedehnter Dammriss oder Scheidenriss zu den häufigsten Ursachen zählen. Eine bereits bestehende Gerinnungsstörung der Mutter kann das Risiko sowie das Ausmaß eines Beckenhämatoms zusätzlich erhöhen. Im Unterschied zu einer offenen Verletzung mit sichtbarer äußerer Blutung bleibt die darüberliegende Schleimhaut bei einem Beckenhämatom mitunter intakt, während sich das Blut im darunterliegenden Gewebe ansammelt.

Symptome

Das Beckenhämatom unter der Geburt äußert sich durch zunehmende, häufig als unverhältnismäßig stark empfundene Schmerzen im Bereich des Beckens, der Scheide oder des äußeren Genitalbereichs, die sich innerhalb der ersten Stunden nach der Geburt entwickeln sowie zunehmend verstärken können. Bei einer oberflächlicheren Lage kann eine sichtbare, druckschmerzhafte, bläulich verfärbte Schwellung tastbar oder sichtbar sein, während ein tiefer im Becken gelegenes Hämatom zunächst weniger offensichtlich sein kann. Bei einem größeren Hämatom kann sich eine relevante mütterliche Kreislaufinstabilität entwickeln, ohne dass eine äußerlich sichtbare Blutung erkennbar ist.

Anzeige

Diagnostik

Die Diagnose des Beckenhämatoms wird durch eine sorgfältige körperliche Untersuchung mit Beurteilung von Schmerzort, Schwellung sowie Verfärbung gestellt, wobei eine Ultraschalluntersuchung des Beckens die genaue Lage sowie das Ausmaß eines tiefer gelegenen, äußerlich nicht sichtbaren Hämatoms zusätzlich darstellen kann. Eine regelmäßige Überwachung der mütterlichen Kreislaufparameter in den Stunden nach der Geburt ist von erheblicher Bedeutung, um eine bedeutsame, durch ein zunächst unbemerktes Hämatom verursachte Blutmenge frühzeitig zu erkennen. Eine ungewöhnlich starke, nicht mit der äußeren Untersuchung zu erklärende Schmerzangabe der Mutter sollte stets Anlass für eine gezielte Suche nach einem Beckenhämatom sein.

Behandlung

Die Behandlung eines kleinen, stabilen Beckenhämatoms besteht häufig in einer abwartenden Beobachtung mit Kühlung sowie Schmerzlinderung, da sich ein kleines Hämatom im Verlauf von selbst zurückbilden kann. Bei einem größeren, weiter zunehmenden oder mit Kreislaufinstabilität einhergehenden Hämatom ist eine operative Entlastung notwendig, bei der das Hämatom eröffnet, das angesammelte Blut entfernt sowie die verletzte Blutungsquelle gezielt versorgt wird. Eine begleitende Kreislaufstabilisierung mittels Flüssigkeits- oder Bluttransfusion wird bei einem relevanten Blutverlust zusätzlich durchgeführt.

Verlauf und Prognose

Die Prognose des Beckenhämatoms ist bei rechtzeitiger Erkennung sowie einer dem Ausmaß angepassten Behandlung gut, wobei kleinere Hämatome sich innerhalb weniger Wochen von selbst vollständig zurückbilden, während größere, operativ entlastete Hämatome nach fachgerechter Versorgung ebenfalls folgenlos abheilen. Ein unerkannt bleibendes, größeres Beckenhämatom kann dagegen zu einem erheblichen, verdeckten Blutverlust mit entsprechender Kreislaufinstabilität sowie in seltenen Fällen zu einer Infektion des angesammelten Blutes führen, weshalb eine aufmerksame Beobachtung sowie gezielte Nachfrage nach ungewöhnlich starken Schmerzen in den Stunden nach der Geburt wichtig ist.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Anzeige
FAQ

Häufige Fragen

Was unterscheidet das Beckenhämatom von einer offenen Blutung?

Die darüberliegende Schleimhaut bleibt mitunter intakt, während sich das Blut im Gewebe darunter ansammelt.

Was ist ein wichtiges Warnzeichen?

Zunehmende, unverhältnismäßig starke Schmerzen im Becken- oder Genitalbereich nach der Geburt.

Wie wird ein kleines, stabiles Hämatom behandelt?

Häufig abwartend mit Kühlung und Schmerzlinderung.

Wann ist eine operative Entlastung notwendig?

Bei einem größeren, zunehmenden oder mit Kreislaufinstabilität einhergehenden Hämatom.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen