Autonome Dysreflexie
Die autonome Dysreflexie bezeichnet einen akuten, potenziell lebensbedrohlichen Zustand mit einem plötzlichen, überschießenden Anstieg des Blutdrucks, der bei Menschen mit einer Rückenmarksverletzung oberhalb eines bestimmten Wirbelsäulenabschnittes auftreten kann. Dieser Zustand entsteht durch einen Reiz, der unterhalb der Verletzungshöhe des Rückenmarks entsteht, jedoch aufgrund der unterbrochenen Nervenverbindung nicht mehr regelrecht durch das Gehirn reguliert werden kann. Die autonome Dysreflexie stellt einen akuten medizinischen Notfall dar, der eine sofortige Erkennung sowie Behandlung erfordert, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.
Ursachen
Die autonome Dysreflexie entsteht durch einen unterhalb der Rückenmarksverletzung auftretenden Reiz, der über die noch intakten Nervenbahnen unterhalb der Verletzungshöhe eine massive Aktivierung des sympathischen Nervensystems auslöst, ohne dass diese Reaktion durch die normalerweise regulierenden Signale aus dem Gehirn gedämpft werden kann. Häufige, auslösende Reize umfassen insbesondere eine übervolle Harnblase, eine Verstopfung, einen eingewachsenen Fingernagel, einen Druckgeschwür oder eine zu enge Kleidung.
Symptome
Die autonome Dysreflexie äußert sich durch einen plötzlichen, ausgeprägten Blutdruckanstieg, begleitet von starken Kopfschmerzen, einer Rötung sowie vermehrtem Schwitzen oberhalb der Verletzungshöhe, während die Haut unterhalb der Verletzungshöhe häufig blass sowie kühl bleibt. Eine langsame Herzfrequenz, Übelkeit sowie eine Gänsehautbildung können zusätzlich auftreten. Unbehandelt kann der stark erhöhte Blutdruck zu schwerwiegenden Komplikationen führen, insbesondere zu einem Krampfanfall, einer Hirnblutung oder einem Schlaganfall.
Diagnostik
Die Diagnose der autonomen Dysreflexie wird klinisch anhand des charakteristischen, plötzlichen Blutdruckanstiegs bei einer Person mit bekannter, hoher Rückenmarksverletzung gestellt, wobei angesichts der potenziellen Lebensgefahr eine sofortige Behandlung parallel zur weiteren Ursachensuche eingeleitet wird. Eine systematische Suche nach dem auslösenden Reiz, insbesondere eine Überprüfung der Blasen- sowie Darmfüllung sowie der Haut auf Druckstellen, ist ein zentraler Bestandteil der Notfalldiagnostik.
Behandlung
Die Behandlung der autonomen Dysreflexie besteht in erster Linie in der sofortigen Identifikation sowie Beseitigung des auslösenden Reizes, insbesondere durch eine umgehende Entleerung einer übervollen Harnblase oder die Behandlung einer Verstopfung, wodurch sich der überschießende Blutdruck in vielen Fällen rasch normalisiert. Bei anhaltend hohem Blutdruck trotz Beseitigung des auslösenden Reizes werden zusätzlich rasch wirksame, blutdrucksenkende Medikamente eingesetzt.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der autonomen Dysreflexie ist bei rascher Erkennung sowie sofortiger Beseitigung des auslösenden Reizes sehr gut, wobei sich der Blutdruck in den meisten Fällen innerhalb kurzer Zeit normalisiert. Eine unerkannt bleibende oder verzögert behandelte autonome Dysreflexie birgt dagegen ein erhebliches Risiko für schwerwiegende, potenziell lebensbedrohliche Komplikationen, weshalb sowohl Betroffene als auch deren Angehörige über die Erkennung sowie die notwendigen Sofortmaßnahmen umfassend geschult werden sollten.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Autonome Dysreflexie: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wer ist von der autonomen Dysreflexie betroffen?
Menschen mit einer Rückenmarksverletzung oberhalb eines bestimmten Wirbelsäulenabschnittes.
Was löst sie häufig aus?
Eine übervolle Harnblase oder eine Verstopfung.
Warum ist sie gefährlich?
Sie kann zu einem Krampfanfall, einer Hirnblutung oder einem Schlaganfall führen.
Wie wird sie behandelt?
Durch sofortige Beseitigung des auslösenden Reizes sowie bei Bedarf blutdrucksenkende Medikamente.
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